das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - December 2003

Item Nº 1203

Altes Jahr - neues Jahr

»Ist dies der dumpfe Klang, mit dem die Zeit begann?
Ich habe Angst zu sehen sie könnte nie vergehen!
Die Welt ein Schattenbild
Verlangen ungestillt.
Ein blinder Menschentraum
Verloren in Licht und Raum.

 
Ich hab den Tod der Sonnen gesehen!
Sie waren von blau so kalt....
So wunderschön!«

(Wolfsheim "A new starsystem has been explored")

Verehrte FreundInnen des wortreichen Bloggesangs, ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr, mögen alle Eure Wünsche und Hoffnungen für 2004 in Erfüllung gehen!

Und bloß keine guten Vorsätze, bitte, diese Jahreswechsel haben immer die Tendenz in ihrer lediglich zeitordnenden Symbolik als Abschluß und Neubeginn mißinterpretiert zu werden, dabei dreht sich das Universum in all seinen Dimensionen von Zeit und Raum weiter als wäre nichts geschehen und kümmert sich einen Dreck um von Menschenhand geschaffene Zeitordnungssysteme ...

Zur Einstimmung könnt Ihr schon einmal in der taz lesen was 2004 alles schlechter wird (via Linkdump) ...

Item Nº 1202

Auf der Suche nach dem ultimativen RSS-Reader

Da so ein RSS-Reader ja doch irgendwie praktisch ist, habe ich mich nun auf die Suche nach dem ultimativen Reader gemacht.

Erster Versuch war Feed On Feeds (FoF), ein Bündel PHP-Skripte dass man sich auf den Webserver wirft und dann im Browser die Feeds liest. Leider ist FoF ziemlich unübersichtlich (man kann z.B. die Feeds nicht in Kategorien einsortieren) und (zumindest auf dem Webserver "draußen") nicht gerade ein Rennpferd, außerdem klickt man sich ziemlich einen ab und scrollt ständig wie ein Weltmeister. Ich kann im Vergleich zum konventionellen "Blogroll-Anklicken" keinen Gewinn (an Zeit, Übersicht und was auch immer) sehen, ob ich jetzt im Browser die FoF-Seite mit den Einträgen aufrufe oder gleich das Blog im "Original" lese macht IMHO keinen Unterschied. Vergessen wir also ganz schnell, bye bye, FoF!

Da ich ja ständig mein Powerbook mit mir herum trage kam mir nun die Idee, dass es doch ganz praktisch wäre einen RSS-Reader zu haben den man "richtig" offline nutzen kann und der etwas mehr Komfort bietet, als da wäre die Quellen in Kategorien einzusortieren (und diese Kategorie dann auch akkumuliert anschauen zu können), automatisch einen gelesen Eintrag als "gelesen" zu markieren, und, das Sahnehäubchen, gleich einen Eintrag für das Blog aus dem Reader heraus generieren zu können. Also eine Art "Radio Userland" mit pMachine-Anbindung.

NetNewsWire verspricht genau das (zumindest in der "Löhnware"-Version) zu können, also wurde er flugs mal "downgeloadet" und installiert. Der "Reader-Part" funktioniert ganz ausgezeichnet und fast so wie ich mir das vorstelle, aber der "Weblog-Posting-Editor" mag nicht so recht mit der pMachine zusammenarbeiten, ein Phänomen das durch einen Blick ins pMachine-Forum bestätigt wurde (liegt also nicht an meiner Unfähigkeit ;-)). Schade! Kann jemand aus dem illustren Kreis der verehrten LeserInnen des Netzbuchs einen anderen RSS-Reader für Mac OS X aus eigener Erfahrung empfehlen?
Sonst müsste man glatt AppleScript lernen und etwas basteln für die pMachine-Anbindung, denn die "Löhnversion" des NetNewsWire kann geskriptet werden.

Generell zum RSS-Lesen: Man bemerkt schon gewaltige Qualitätsunterschiede der Feeds, lästig sind die (wie leider auch mein eigener, pMachine-generierter Feed) die nur Schlagzeilen oder ein paar Worte des Eintrags anbieten, wenn man gerade im Zug sitzt mit dem Notebook auf dem Schoß kann man ja schlecht mal eben die Website anklicken wenn man den gesamten Eintrag lesen möchte. RSS ist eine gute Idee, aber an der Ausführung kann noch einiges verbessert werden!

Item Nº 1201

Dem Server ...

... der wo da so irgendwo steht und den ganzen Tag das Netzbuch servt, dem geht es derzeit gar nicht gut. Abhilfe ist in Sicht, das ganze ralle-Netz-Paket wechselt demnächst den Host (bleibt aber in der Familie), etwaige Ausfallzeiten des Netzbuchs sind also keiner modischen Kreativpause geschuldet, sondern ein Opfer welches dem digitalen Götzen aus Silizium gebracht wird!

Item Nº 1200

Späte Gerechtigkeit: Der Fall Johann Wilhelm Trollmann

Bild: Johann Wilhelm Trollmann Manchmal braucht die Gerechtigkeit eine verdammt lange Zeit! Der Kämpfer auf dem Bild ist Johann Wilhelm "Rukelie" Trollmann, Deutscher Meister im Halbschwergewicht der Berufsboxer 1933. Bis letzte Woche tauchte Trollmann aber in keiner der penibel geführten Meisterlisten des deutschen Berufsboxverbandes auf. Der Grund: Trollmann war ein Sinto, ein Umstand der ihm seinen sportlichen Erfolg und sein Leben kosten sollte.

Die WochenZeitung erzählt Trollmanns tragische Geschichte:

»Mit tief hängenden Fäusten tanzte er durch den Ring, wich den Hieben der Gegner durch blitzschnelle Pendelbewegungen aus und liess sich auf lange Schlagwechsel gar nicht erst ein. [...]
Darüber hinaus wurde Trollmann schnell zum Sexsymbol. Seitdem er mit seinen schwarzen Locken und grossen braunen Augen antrat, hatte «Heros» Hannover die meisten weiblichen Zuschauer weit und breit am Ring. [...] Trollmann war ein Showmann, der oft noch während der Kämpfe mit seinen Fans in den ersten Reihen plauderte. [...]
Am 9.6.1933 trat er gegen den Kieler Adolf Witt in der Bockbierbrauerei Berlin Kreuzberg an. Vor den Augen des versteinert dasitzenden Georg Radamm [Anm.: Präsident des deutschen Boxverbandes und Nationalsozialist] tanzte Trollmann den unbeweglichen Schläger Witt aus. Als der Kieler nach sechs Runden klar nach Punkten zurücklag, liess Radamm den Meisterkranz aus der Halle bringen. Nach dem Kampf lautete das Urteil: Kein Urteil, ein Meistertitel wird nicht vergeben.
Doch nach diesem skandalösen Schiedsspruch meuterte das Publikum. [...] Die um ihr Leben fürchtenden Nazi-Funktionäre warfen dem vor Freude weinenden Trollmann den Meisterkranz um den Hals. Sechs Tage später bekam er Post vom Verband. Wegen seines `armseligen Verhaltens` – gemeint waren die Freudentränen – wurde ihm der Titel wieder aberkannt.«

Am 21. Juli 1933 wurde ein neuer Kampf angesetzt. Trollmann musste gegen Gustav Eder antreten, einen gefürchteten Nahkämpfer. Trollmann wurde mitgeteilt dass, wenn er wie immer tänzelnd durch den Ring boxen würde, er seine Lizenz entzogen bekäme und nie wieder als Berufsboxer arbeiten könne (WochenZeitung):

»Als der Kampftag kam, trat Trollmann an `mit der Grandezza eines grossen Tragöden`, wie der Sportjournalist Michael Quasthoff 1996 schrieb. Die Haare hatte er sich wasserstoffblond gefärbt, den Körper mit Mehl bestäubt – die Karikatur eines arischen Kämpfers. Vor dem betreten schweigenden Publikum [...] stellte er sich breitbeinig in den Ring und liess Eder angreifen. Fünf Runden lang nahm er die Schläge des Kleineren, den er leicht hätte austanzen können, bis er zusammenbrach.«

Trollmanns Karriere war damit beendet, 1938 wurden die Sinti und Roma von den Nationalsozialisten als "Nichtarier" eingestuft. Trollmann musste sich, wie alle "sesshaften" Sinti und Roma, sterilisieren lassen und wurde 1942 ins KZ Neuengamme eingeliefert. Dort musste er sich zur Unterhaltung der dort Dienst tuenden SS-Männer Boxhandschuhe überziehen und niederschlagen lassen. Am 9.2.1943 wurde Trollmann im KZ Neuengamme aus unbekannten Gründen erschossen, vielleicht war er zu geschwächt um noch einen "unterhaltsamen" Gegner abzugeben, oder er hatte "über Gebühr" zurück geschlagen ...

Zeitsprung: 60 Jahre später erscheint auf dem Boxportal Boxingpress ein Artikel von Wolfgang Oswald über Trollmann: "They never come back - Sie kommen niemals wieder." Nach der Lektüre dieses Artikels beschließt die Berliner Boxpromoterin Eva Rolle, sich um die symbolische Rückgabe des aberkannten Meistergürtel an Johann Wilhelm Trollmann zu bemühen. Trotz vielerlei Bedenken, gerade durch den 1933-45 nicht durch übertriebenen Widerstandsgeist aufgefallenen deutschen Berufsboxverband, erreicht die resolute Dame ihr Ziel: Am 17. Dezember 2003 wurde der Meistergürtel symbolisch an die noch lebenden Verwandten Trollmanns übergeben und Johann Wilhelm Trollmann als Deutscher Meister im Halbschwergewicht 1933 offiziell in die "Riege der Deutschen Meister" aufgenommen, Boxingpress berichtet über die Veranstaltung. Traurig genug dass das 70 Jahre dauerte, und eine symptomatische Geschichte für den zögerlichen Umgang mit dem Unrecht der nationalsozialistischen Herrschaft wenn Sinti und Roma betroffen sind ...

Item Nº 1199

Der alternative Präsident

Jeder (insbesondere jede(r) WebloggerIn) kennt Howard Dean, einen der aussichtsreicheren Kandidaten der Demokraten für die im kommenden Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA. Ein interessanter Außenseiter im Kandidatenrennen ist Dennis J. Kucinich, ein erfolgreicher Kongressabgeordneter aus Ohio. Kucinich ist für amerikanische Verhältnisse geradezu ein "Linksaußen", er möchte im Falle eines Wahlsiegs ein Friedensministerium (!) neben dem Pentagon einrichten, das Kyoto-Protokoll unterzeichnen und den internationalen Strafgerichtshof anerkennen. Die taz hat eine lesenswerte Reportage über Kucinich in ihrer Samstagsausgabe.
Ähnlich wie Dean nutzt auch Kucinich das Internet für seine Zwecke, das scheint ein Trend zu sein der vielleicht schon bei der nächsten Bundestagswahl auch bei uns "einschlägt." Auch wenn das im Moment bei unserem politischen Personal schwer vorstellbar erscheint. Oder kann sich jemand vorstellen dass Gerhard Schröder es Dennis Kucinich gleich tut und kuro5hin ein Interview gibt?

Item Nº 1198

Gefährlich!

Bild: Vogel

Mönchengladbach wird von gefährlichen großen Vögeln heimgesucht ...

Bild: Vogel

... denen nichts entgeht!

Item Nº 1197

Frohe Weihnachten!

Nun steht also tatsächlich schon wieder Weihnachten vor der Tür! Dabei war das doch erst letztens. Aber der Kalender lügt nicht! Da bleibt mir also nur das Reaktivieren der Schneeflöckchen, ist ja Weihnachten, und Euch allen da draußen an den strahlenden Glasscheiben und pixelnden Plastikfolien friedliche, entspannende und dezent verschneite Weihnachtstage zu wünschen, esst nicht so viel und lasst Euch angemessen beschenken!

Ich werde gleich das große rasende weiße Ungeheuer der Bahn AG besteigen und die Weihnachtstage "offline" in den heimatlichen Gefilden des Rheinlandes verbringen, also bitte während der Feiertage keine Weblogdiskussionen anfangen zu denen ich mich äußern müsste. ;-)

Item Nº 1196

Powerbook-Lüfter und Safari-Tabs

Und nun noch etwas komplett unweihnachtliches, zwei der sowieso nie täglichen Mac-Links:

Powerbook-Lüfter: Wer sein Powerbook auf 10.3.2 "upgedated" hat wird bemerkt haben: Der Lüfter des 12`-Powerbooks springt nun früher an, was in einer sonst ruhigen Umgebung störend wirkt, denn man ist ja vom "lautlosen Computern" mit dem Powerbook verwöhnt. Auf tepasse.org wird beschrieben wie man diese Änderung mit ein wenig Bastelei in den Eingeweiden von Mac Os X wieder los wird (via itw).

Safari-Tabs: Mir geht es ähnlich wie Stefan von my two cents: Da ich das Powerbook eigentlich nur nach Systemupdates herunter fahre "leben" in meinen Safari-Tabs allerlei Dinge die ich noch lesen, bloggen, notieren oder sonst wie verarbeiten möchte. Da es aber mal vorkommen kann dass man hurtig auf Apfel-Q statt auf Apfel-W tippt oder eine mißratene Website den Safari killt, sind die ganzen Tabs stets in latenter Gefahr verloren zu gehen. my two cents beschreibt wie man seine Tabs mit AppleScript sichern und auf einen Schlag wieder einlesen kann. Wird bei Gelegenheit ausprobiert, das muß man einfach haben! (Via fscklog)

Item Nº 1195

Glückliche Weihnachtsbäume erzählen

Also, heute war das so: Gestern abend, da war ich einen trinken, weil ein Freund Geburtstag hatte. Obwohl den gesellschaftlich akzeptierten Rauschmitteln nicht über das gesunde Maß hinaus zugesprochen wurde, war mir heute Mittag, nach dem vormittäglichen Genuß von zwei Tassen schwarzen Kaffee und zwei Lucky Strike, irgendwie ein wenig flau zu Mute. Also wurde als Gegenmaßnahme beschlossen: Wir gehen mal ein wenig an die frische Luft. Da es sich außerdem ergeben hatte, dass ein wenig Schnee auf den Freudenberg zu Wiesbaden gerieselt war, bewaffnete ich mich mit der Kamera, denn solcherart seltene Ereignisse müssen für die Ewigkeit dokumentiert werden.
Also spazierte ich da so daher, knippste dieses, knippste jenes, als ich an der Weihnachtsbaumplantage vorbei kam. Diese standen recht fröhlich in der Gegend herum, was mich arg verwunderte, darum quatschte ich sie einfach mal an: »Ey, Weihnachtsbäume, was seid Ihr denn so gut drauf?« »Ha«, antwortete ihr Anführer, »für dieses Jahr sind wir noch mal davon gekommen. Wir stehen hier noch fröhlich auf Wurzeln im Schnee, während einige unserer Kumpels abgeschlagen und verkauft wurden. Die armen Schweine stehen nun in irgendwelchen Wohnstuben, müssen sich beleidigen lassen. Ist doch immer das selbe, zu groß, zu klein, zu krumm, zu wenig Äste, zu viele Äste - diese zweibeinigen Monster haben doch ständig etwas an uns auszusetzen. Und dann, nach dem man zwei Wochen, in affiger Kostümierung mit Lichtern, Kugeln oder gar Lametta behangen, in der Gegend rum gestanden und sich das ganze dumme Gesülze zu Weihnachten anhören musste, wird man brutal die Treppe runter gezogen oder gar vom Balkon geworfen und endet in einem Müllauto. Ist das vielleicht erstrebenswert?« »Nee, weiß Gott nich«, antwortete ich. »Mach mal ein Foto von uns, aber zackig!«, befahl der Anführer der Weihnachtsbäume. Ich tat wie mir befohlen war, in mir erwachte der Starfotograf. »Jetzt mal weg mit den Klamotten, ich mach` Euch zu Stars« rief ich den Weihnachtsbäumen zu. Sie posierten, liefen fröhlich herum, und die jugendfreieste Variante der Fotos der nackten glücklichen Weihnachtsbäume ziert nun anläßlich der Jahresendzeitfestivitäten den Kopf des Netzbuchs. Zum Abschied riefen sie noch: »Dann mach es mal gut, Alter, und veröffentliche unsere Fotos. Und schau mal wieder vorbei, bevor es zu spät ist, denn Du weißt, Weihnachten kommt auch nächstes Jahr, und wer weiß wen die Axt dann trifft. Fröhliche Weihnachten!«

Item Nº 1194

Das weblogphilosophische Zitat des Tages ...

... hat Frau Godany in der Kommentarspalte von kebo11 produziert:

»es gibt zum glück verschiedene blogphilosophien, falls es denn sowas überhaupt gibt.
meine wäre: nix scheissen, ich mach was mich freut. mal hab ich contentlaune, mal linklaune. das gibt einen feinen sauhaufen und das ist dann ein blog.«

Besser kann man einfach nicht ausdrücken was ein Weblog ist!

Item Nº 1193

Der Weihnachtsmann

Passend zum Datum: »Der Weihnachtsmann« (taz). Eine schöne Geschichte von Nadja Klinger:

»Einmal im Jahr, am Heiligabend, durfte ich an diesem Leben riechen. Wir spazierten in die Sonnenallee, wo sich direkt an der Mauer unsere Garage befand. Mein Vater schloss auf. Er setzte sich in den Wartburg. Nur eine Minute, sagte er. Und startete. Ich stand am Auspuff und roch. Weihnachten! So schweigsam wie wir gekommen waren, gingen wir nach Hause zurück. Jetzt habt ihr ihn wieder verpasst, sagte meine Mutter, als sie die Tür öffnete. Ich hatte einen Weihnachtsmann. Schließlich habe ich ihn jedes Jahr verpasst. Obwohl ich ihn nie sah, kannte ich ihn genau. Er machte doppelt so große Schritte wie ich. Er konnte von außen in alle Wohnzimmer sehen und er roch wie ein Zweitakter.«

Vorweihnachtlicher Netzbuchtagesbefehl: Lesen!

Item Nº 1192

"Sie sind ein Raubkopierer"

Eine neue Variante des Sober.C-Wurms ist unterwegs, mit humorvollen deutschen Texten, berichtet die futurezone. So etwa von einer "SoKo Internet Downloads" mit dem Betreff "Sie sind ein Raubkopierer." Oder auch mit dem Text: "Hallo, Du wurdest zufällig von ca. 85.000 E-Mail Adressen ausgewählt, um bei RTL DSDS in der Zuschauer Jury mit zu Voten. Das ganze hat auch noch ein SUPER Vorteil, Du bekommst zusätzlich noch einen V.I.P Ausweis, mit dem du hinter den Kulissen bei den Stars mit dabei sein darfst." Da war diesmal aber jemand sehr einfallsreich!

Die Polizei Düsseldorf, die in der "Raubkopierer"-Variante als Absender angegeben ist, hat mittlerweile bekannt gegeben dass sie damit nichts zu tun hat.

Nun ja, als Mac und Linux-User kann man solche Geschichten entspannt und amüsiert betrachten. Gewisse LeserInnen können nun wieder böse Emails schreiben, mit dem Tenor dass ich ein arroganter Hund bin weil mir Mitgefühl und Betroffenheit mit den armen Windows-Benutzern fehlen (lacht nicht, alles schon dagewesen!) ... ;-)

Item Nº 1191

Süßer die Glocken nie klingen ...

... als zu jeder Viertelstunde in der Stadt des Meerrettichs: »Krach in der Stadt des Meerrettichs« (taz). Und weil im Internet einfach alles umfassend problematisiert wird, gibt es auch das passende Selbsthilfeforum dazu: Das Glockenlärmforum.

Da ja Kirchen in den seltensten Fällen Neubauten sind, ist mir zwar nicht ganz klar wieso man ein Haus neben der Kirche kauft und dann gegen die läutenden Glocken klagt, aber was weiß ich gottloser Gesell` aus der Großstadt schon ...

Apropos umfassend problematisieren: Mein absoluter Favorit in dieser Hinsicht ist nach wie vor die "Aktion gegen Copy and Paste im Gästebuch" ...

Item Nº 1190

En vogue: Kreativpausen und Krakeelen

Wie sagte Harald Schmidt gestern abend (aus dem Gedächtnis zitiert)?
"Kreativpause? Was soll denn der Scheiß? Entweder sie haben keinen Bock mehr oder sie bekommen woanders mehr Kohle ..."

Thomas` generation neXt macht nun übrigens auch Kreativpause. ;-)

Ich hoffe das wird jetzt kein Trend, dass die lesenswerten Blogs verschwinden und nur die selbsternannten Könige der Krakeeler, egomanische SelbstdarstellerInnen und überaus humorvollen Witzbolde aus den Insektenstaaten samt der sie wie Fliegen die Exkremente umschwärmenden Claqueure in ihren Kommentarspalten übrig bleiben. Und was dann da vorgeht wird anschließend bei den Moes dieser Welt "meta-blogosphärisch" analysiert. Meine Herren, geht mir das alles auf den Sack, wenn ich mal ein wenig vulgär werden darf ...

Item Nº 1189

The Art Of Unix Programming

Geekiger Lesestoff für einsame Stunden vor dem Rechner (von wegen "emotionale Defizite", siehe letzter Beitrag ;-)): "The Art Of Unix Programming", geschrieben vom "Open-Source-Guru" Eric S. Raymond. Wie es sich für einen OS-Guru gehört, erscheint das Opus als normaler Haufen toter Bäume und für "umme" im Web. Ich habe es noch nicht gelesen, aber Joel Spolsky, der sich nach der Lektüre Gedanken macht über die primär "kulturelle Differenz" zwischen Unix- und Windows-Programmierern. Technisch gäbe es mehr Ähnlichkeiten als Differenzen, aber:



»What are the cultural differences between Unix and Windows programmers? There are many details and subtleties, but for the most part it comes down to one thing: Unix culture values code which is useful to other programmers, while Windows culture values code which is useful to non-programmers.

This is, of course, a major simplification, but really, that`s the big difference: are we programming for programmers or end users? Everything else is commentary.«


Ich würde eher sagen: Unix-Programme beschränken sich in der Regel auf eine Aufgabe, die lösen sie aber gründlich. Wenn die zu lösende Aufgabe weitere Aktionen erfordert übergibt man das Resultat an ein anderes Programm für genau diese Aufgabe, usw. Windows-Programme hingegen erfinden stets das Rad aufs Neue, damit der Benutzer vor dem Schirm alles unter einer Oberfläche, innerhalb eines Programms, durchführen kann.



(Via Simon Willison)

Item Nº 1188

Weblogs und Eulen

Schon Agent Cooper wusste: "Die Eulen sind nicht was sie scheinen!" Glaubt Ihr eigentlich alles was Ihr in Weblogs lest? Gut, man sollte sowieso nicht alles glauben was man so liest. Gerade in den überaus beliebten Blogs mit ausgiebiger Schilderung von traurigen Schicksalen, Exzessen aller Art und erotischen Eskapaden, habe ich aber manchmal Zweifel der über die normale Skepsis hinaus geht. Das kommt nicht von ungefähr, aus meiner Zeit als Forenbetreuer bei CompuServe weiß ich dass so manche(r), der oder die sich im Cyberspace rumtreibt, es mit Identität und Wahrheit nicht so genau nimmt, insbesondere sich anonym herumtreibende Personen. In der amerikanischen Blogosphere gab es bekanntlich schon einen spektakulären Fall, den "Kaycee Nicole cancer hoax." Wenn die haufenweise sich bei den Weblogdiensten rumtreibenden latent depressiven Damen mit erotischen und emotionalen Defiziten alle echt sind, wäre es um den Zustand unserer Gesellschaft ja noch trauriger bestellt als man sowieso schon annehmen muß ...

Eigentlich ist es aber sowieso egal, denn irgendwer hat mal im letzten Jahrhundert festgestellt: "Im Internet weiß keiner dass Du ein Hund bist - so lange Du nicht bellst."

Item Nº 1187

Borussia auf dem Vormarsch!

Bild: Runder Ball! Vier Siege aus den letzten fünf Spielen, der zweite Auswärtssieg heute abend bei den 60ern - die Borussen aus Gladbach sind eindeutig auf dem Weg nach vorne! Nun kann das Jahresende und die grausame Winterpause kommen, wir haben ein wenig Abstand zu den bösen Plätzen.

Glückwunsch an den SV Werder zur Herbstmeisterschaft, eine tolle Hinrunde war das. Und natürlich an den VfL Bochum, für mich das Überraschungsteam der Hinrunde. Ein Überraschungsteam war auch Hertha BSC, aber in die andere Richtung. Erst das groteske Theater mit dem armen Huub Stevens, der dann letztlich doch gefeuert wurde, und nun wird der nächste Coach abserviert. Dauerjammerer Hoeneß II wird Probleme haben einen Fußballlehrer zu finden der freiwillig diesen Haufen trainieren möchte ...

Nun heisst es darben bis zum 31. Januar, komische Gestalten die mit einem Gewehr durch den Schnee hetzen und Hungerleider die auf Brettern Schanzen runterhüpfen werden uns nun auf dem Schirm langweilen. Wie sagte schon einst der große Ernst Happel? »Jeder Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag.«

Mein Freund ist aus Leder

Item Nº 1186

Me too.

Ein hübscher Beitrag von Heiko Hebig: "I am blogging":



»I telnetted into virtual mazes, chatted with total strangers, and built my first homepage. There I was. Everyone please look at me. I am relevant. It mattered, even though it was static. Look at my page. I built it myself. [...] My life is a continuously updated thread. My opinion is your filter. You can`t turn back time, but you can track back my weblog. I syndicate. I am blogging.«


So war das bei vielen von uns "alten Internet-Hasen", war schon aufregend die erste eigene Website ins Netz zu stellen. Mit den Jahren stellt sich eine gewisse Gewöhnung ein, aber hey: Wann in der Geschichte der Menschheit konnten sich "normale Menschen", ohne Medienimperium im Rücken, außerhalb ihres unmittelbaren Umfelds bemerkbar machen? Wir können schreiben was wir wollen, unsere Bilder und Gedanken zeigen, und es interessiert sogar jemanden. Toll, was?

Kling alles banal, ist es aber nicht. Wenn man sich z.B. einmal die Kommentare im Telepolis-Artikel über Weblogs von gestern anschaut, dann findet man dort Paradebeispiele für Leute die nicht verstanden haben worum es geht. "Wen interessiert das", fragt da ein Neunmalkluger. Viele, ist die Antwort. Das ist es, worum es im Internet geht. Eine Zeitung oder ein sogenanntes "Content-Portal" mehr oder weniger im Web ist völlig irrelevant. Dass die "normalen Menschen" sich bemerkbar machen, das ist relevant, wir sind relevant. In Ländern wie Iran und China haben das die Mächtigen schon begriffen, und ihre ganz eigenen Konsequenzen daraus gezogen. Bei uns dauert es noch etwas, bis auch der Letzte das "neue" Medium Internet verstanden hat. Man ist halt gewohnt, dass nur das wichtig ist was den Stempel "Ich bin eine Nachricht" deutlich sichtbar trägt. Aber auch das wird sich ändern.

Item Nº 1185

Der gläserne Weblogger

Als Weblogger schafft man sich selbst seinen persönlichen "Big Brother." Meinte meine Mutter doch eben am Telefon: "Jung, geh` nicht immer so spät ins Bett." Ich natürlich gleich: "Nee, ich doch nicht!" Darauf Mutter: "Doch, wir haben auf Deiner Internet-Seite geguckt, da schreibst Du noch spät irgendwelche Einträge ..."

Dabei habe ich den "Timestamp" der pMachine doch extra auf "Swatch-Internet-Time" formatiert, aber Mutter ist halt schlau... ;-)

Item Nº 1184

Yo!

"I`m going to torment you like it`s a new extreme sport!"

(What is your battlecry?, via itw)

Irgendwie bin ich heute nicht zu ernsthaften Dingen aufgelegt, freitägliche Hirnträgheit hat von mir Besitz ergriffen. Und, ganz gegen meine vorlaute rheinische Natur, verkneife ich mir jeglichen Kommentar zum blogosphärenspezifischen Themenkomplex "Blogwart und Elektrorollstuhl" und linke statt dessen zustimmend nickend auf itw.

Und eingedenk dieser weisen Entscheidung, wünsche ich, mit obigem "Battlecry" auf den Lippen, Euch allen an den Schirmen ein schönes Wochenende! ;-)

Item Nº 1183

Carlotta und die Gedankenübertragung

Na sowas, das war Gedankenübertragung, Markus hat wohl auch die Werbepausen der Harald-Schmidt-Show verfolgt ;-), also spare ich mir einen eigenen Kommentar und zitiere:

»Ich glaube, das schmierigste an Werbespots, die z.Z. so im TV laufen, ist der Mon Cheri Spot: Carlotta ist hier... Buah, wenn ich mich in eine solche Szenerie hineinversetzt, bekomm’ ich Herpes ...«

In der Tat, ein abartiger Spot, man möchte den schmierigen Typen und die blöd grinsende Dame umgehend mit zermanschten Mon Cheri bewerfen ...

Item Nº 1182

iPodhead

Und hier der nicht mal näherungsweise tägliche Mac-Link:
Ein neues Weblog rund um das beste aller tragbaren Behältnisse für digital abgelegte Musik, den Apple iPod, ist iPodhead:

»Hopefully this site will thrive in the months to come and be a location for tips, tricks and reviews involving the iPod. It`s really meant to be a location for people to share insights about their favorite gizmo: The iPod.
We`ll also keep a close eye on the relevant development in iPod news (There is an Expo in less than a month, after all).«

(Via bronski.net)

Item Nº 1181

MissingMediaBurner

MissingMediaBurner ist ein freies Brennprogramm für Mac OS X mit einer etwas verschrobenen Benutzerführung. Nichtsdestotrotz spart man damit die Ausgabe für "Löhnware" wie Roxio Toast, wenn einem die etwas sparsamen Brennoptionen des Finders nicht ausreichen.

Item Nº 1180

Alle CMSe saugen!

Nun habe ich ein paar Tage darauf verwendet nach einem CMS für eine relativ kleine Website zu suchen. Anforderungen: Datenbank (das ist nicht diskutabel, ich will `ne Datenbank und basta! ;-)), schmerzloses Erstellen von Templates und mein XHTML/CSS-Entwurf darf nicht mit Tabellen verhärmt werden. Ergebnis: Nix. Man kann sie alle knicken. Entweder produzieren sie gräßliches HTML in invaliden Tabellenwüsten, oder schreiben Daten in Textdateien, oder man muß sie derartig aufwändig anpassen (um die Tabellenwüsten los zu werden) dass man es gleich selbst bauen kann. Die schlimmsten sind die mit sogenannten "WYSIWYG"-Editoren. Grausam. Kein Wunder dass das Web mit invaliden Codewüsten bestückt ist.

Bevor ich mich bspw. freiwillig durch Typo3 quäle schnappe ich mir lieber Smarty und programmiere das CMS drum herum, Typo3 ist das CMS für Masochisten. Ich kann nicht feststellen wo der Gewinn beim Einsatz dieses Monstrums sein soll.

Also nehme ich doch die pMachine. Braucht man zwar eine "Commercial License", aber dafür kann man es relativ schmerzlos zurecht biegen. Hätte ich eigentlich gleich drauf kommen können ...

Item Nº 1179

Juristen erklären das Internet

Frage: »Was ist der Unterschied zwischen einer Festplatte und einer Harddisk?«

» Es antwortet Liesching, Marc, Das neue Jugendschutzgesetz, NJW 2002, 3281 (3283):

[...] Harddisks - ohne besonderen Aufwand zu entnehmende und transportable Festplatten [...]«

Mehr davon gibt es bei Juristen erklären das Internet. Zum brüllen! Aber das Lachen bleibt einem im Halse stecken, diese Leute entscheiden über persönliche Schicksale, wenn die Damen und Herren Juristen bei anderen Themen, die ich nicht so gut beurteilen kann wie das Internet, ebenso "fachkundig" urteilen und kommentieren, dann möchte ich denen lieber nicht ausgeliefert sein ...

(Gefunden bei Markus)

Item Nº 1178

Wählen gehen!

Ab jetzt kann gewählt werden: Blogawards 2003 - Das Finale. Meine Wahl behalte ich natürlich für mich, ich muß aber zugeben dass ich mich bei "Weblog des Jahres" nicht entscheiden kann. Die Auswahl, nun ja, sagen wir, sie lässt mich mit dem selben Befremden zurück wie das Ergebnis der letzten Landtagswahl in Hessen. Aber so ist halt die Demokratie. ;-)

Item Nº 1177

Die Kulturnation trägt Trauer ...

... denn es wird 2004 keine Harald-Schmidt-Show mehr geben. Was sind das bloß für Zeiten!

Entsetzen allenthalben, die Kulturnation macht sich Mut: »Vielleicht will Harald Schmidt ja einfach mal sehen, was passiert, wenn er seinen Abschied ankündigt« (taz). Ebenfalls in der taz fordert Peter Unfried die ARD auf, die Schmidt-Show zu retten: »Das wäre was. Und die derzeitige Spätschiene der ARD? Das ist ja das Schöne: Man wäre auch noch Beckmann los. Mehr Gutes tun geht nicht.« Auch die Rundschau stimmt ins Klagelied ein: »Der Sozialabbau ist kaum verwunden, kommt der Humorabbau. Auf was sollen wir noch alles verzichten?« Die Süddeutsche analysiert die Hintergründe, und Roger Willemsen fabuliert: »Am Ende konnte sich die Schröder-Ära auch bei Schmidt noch rascher bagatellisieren als die Kohl’sche, und was den Stil des Moderators angeht, seine Fähigkeit, zu allem geradezu reflexartig einen uneigentlichen Standpunkt zu beziehen, so wurde sie am Ende geradezu chorisch nachgestellt vom deutschen Feuilleton. [...] Seine Form der moralischen Indifferenz hat sich durchgesetzt.« Auf Spiegel Online macht sich Reinhard Mohr bittere Selbstvorwürfe: »Haben wir was falsch gemacht? Haben wir ihm nicht genug Liebe gegeben und grenzenlose Anerkennung gezollt?« Sogar der Bild-Zeitung wird ganz blümerant zu Mute und fängt an Philosophen zu zitieren: »Der Reisende verändert nur den Himmel über sich – nie die Seele...«

Tja, das ist natürlich eine einschneidende Änderung in meinem Tagesablauf, die Schmidt-Show vor dem Schlafen gehen gehörte als Abschluß des Tages einfach dazu. Jetzt kann man ja früher ins Bett gehen. ;-)

Item Nº 1176

Blogawards: Der Wahlkampf wird härter!

Der Wahlkampf um die Blogawards 2003 kommt richtig in Fahrt. Heute Morgen fand in Wiesbaden die erste Wahlkampfparty des Netzbuchs statt, sogar ein prominenter Gastredner wurde verpflichtet:



[George W. Bush auf der Netzbuch Wahlkampf-Veranstaltung]


The Bush Background Generator (via Metafilter)

Item Nº 1175

Hanauer Atomfabrik

Manchmal fragt man sich wofür man eigentlich noch die Grünen wählen soll. Joschka möchte Schröders Deal (taz) nicht verhindern, als hessischer Umweltminister hat er noch anders geredet. Für Deutschland war der Betrieb zu gefährlich, in China ist das egal, würden ja nur ein paar Chinesen drauf gehen. Und gelernt hat unser Gerhard wohl gar nix. Immer das gleiche Spielchen: Es wird in ein diktatorisches Land "Dual Use"-Technologie geliefert, ein paar Jahre später werden dann die Truppen in eben jenes Land geschickt weil es nun "böse" geworden ist. Aktuell zu bewundern bspw. im Irak.

Apropos Hanauer Atomfabrik:

Item Nº 1174

Blogger im Irak

Markus verlinkt auf Exposur3. Exposur3-Blogger Chrys hält sich gerade wg. der Errichtung von Internet-Cafes für die Truppen im Irak auf und bloggt Fotos und Stories vor Ort. Die in den Nachrichten stets abstrakt vorkommende Militärmaschinerie der USA bekommt Gesicht und Stimme in seinem Blog, sehr beeindruckend!

Unabhängig davon ist Exposur3 ein ästhetisch und inhaltlich sehens- und lesenswertes Blog.

Item Nº 1173

Dr. Eisenfaust vs. Bubba Johnson

Nicht nur in der Blogosphere wird geschlagen! ;-) In der Nacht zum Sonntag gibt es endlich mal wieder einen richtigen Boxkampf, das "Gehüpfe im Seilgeviert" à la Ottke ist ja nicht mit anzusehen: "Dr. Eisenfaust" Vitali Klitschko vs. Kirk "Bubba" Johnson (ab Sonntag, 3:30 Uhr, live im ZDF), im legendären Madison Square Garden. Bei Boxingpress gibt es einen ausführlichen Vorbericht mit einer Analyse der Stärken und Schwächen beider Kämpfer. Man darf gespannt sein!

Meine Prognose: Klitschko gewinnt, die überzeugende Vorstellung gegen den brachialen Weltmeister Lennox Lewis sollte ihn "mentalmäßig" so stark gemacht haben dass er auch einen "Schläger" wie Johnson besiegen sollte.

Item Nº 1172

Blogawards: Der Wahlkampf hat begonnen!

[Wählt mich!] Eine nette Idee: Die Blogawards 2003. Ihr wisst ja, wen Ihr zu wählen habt, oder? Ich verspreche hiermit im Falle eines Wahlsiegs freie Trackbacks für alle! ;-)

Jetzt ist natürlich wieder Schluß mit Spaß. Diese Awards könnte man als das hinnehmen was es ist, nämlich ein aus einer Chat-Laune heraus geborenes nettes kleines "Spasseken" zum Jahresausklang, aber im Moment gibt es nichts was mit Weblogs zu tun hat, egal ob BlogTalk 2.0, Chaosradio über Weblogs oder eben die Blogawards, das nicht irgendwo ausgiebigst mehr oder weniger qualifiziert problematisiert wird. Schade.

Das Nicht-Setzen eines Links auf diese "Diskussionen" zu den Blogawards ist übrigens ein bewusster Akt, gemäß der Rebecca-Blood-Meta-Theorie dass der Link (oder eben Nicht-Link) die einzige und schärfste "Waffe" des Webloggers ist. Ich bin ja so ein Theorie-Fan. Okay, freie Theorie für alle verspreche ich hiermit auch noch! Und, weil ich gerade bei den Wahlversprechen bin, packe ich die Schaffung einer virtuellen "Weblogger-Kampf-Arena", den "Circus Maximus der deutschen Blogosphere", auch noch dazu, damit man nicht immer nach den qualifizierten "Diskussionen" suchen muß!

Ein letztes noch dazu: Nicos Reaktion auf diese Kalamitäten ...

Item Nº 1171

Der Masterplan

Die Bundesregierung will die Deutschen online treiben und hat zu diesem Zwecke ein weiteres Werk aus ihrer beliebten Reihe "Agendas, Pläne und Initiativen" vorgelegt: Den "Masterplan der Informationsgesellschaft" (PDF), ein 117 Seiten starkes Konvolut aus dem wir lernen können warum Internet, eHealth und die Fußball WM 2006 alles gut werden lassen. Einige Zitate aus dem Opus:

»Die IuK-Branche gehört heute mit rd. 130 Mrd. Euro Umsatz und etwa 750.000 Beschäftigten zu den größten Wirtschaftssektoren in Deutschland. Nach dem Ende des `Internet-Hype` und Rückgängen bei Umsatz und Beschäftigung in 2002 ist die Talsohle mittlerweile durchschritten. Ab 2004 wird die IuK-Branche wieder wachsen.«
»Auf der Basis der bereits knapp 5 Mio. breitbandigen Internetanschlüsse wollen wir, in Übereinstimmung mit dem EU-Programm zur Informationsgesellschaft eEurope 2005, erreichen, dass Breitband bis 2005 die dominierende Zugangstechnologie wird. Bis 2010 sollen mehr als die Hälfte der deutschen Haushalte über einen Breitband-Internetanschluss verfügen.«
»Bis zum Jahr 2008 sollen 40% aller Unternehmen integrierte eBusiness-Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette anwenden.«
»Bis zum 01.01.2006 wird die elektronische Gesundheitskarte eingeführt. Sie wird der elektronische Schlüssel zur einrichtungsübergreifenden Kooperation aller Beteiligten im Gesundheitswesen sein und eine wichtige Funktion beim Aufbau einer Telematikinfrastruktur haben. Weitere Ziele sind die Realisierung des elektronischen Handels mit Arzneimitteln ab 2004 und die Einführung des elektronischen Rezepts ab 2006.«
»Die Förderung von Open-Source-Software, der Einsatz von Biometrie sowie die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger gegenüber den Sicherheitsrisiken des Internets sind wichtige Eckpfeiler der IT-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung.«
»Ein zunehmendes Problem stellt auch die massenhafte Versendung unerwünschter Werbemails, sog. Spam-Mails, dar. Durch Public-Private-Partnership-Projekte beabsichtigt die Bundesregierung diese Flut von SPAM-Mails bis Ende 2005 effektiv und nachhaltig einzudämmen. Das BSI wird hierzu gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft verbesserte Schutzmaßnahmen mit dem Ziel entwickeln, das SPAM-Aufkommen zu reduzieren.«
»Die gute Position Deutschlands bei der Verbreitung und Nutzung der IuK soll in den kommenden Jahren erhalten und weiter ausgebaut werden. Eine Spitzenposition Deutschlands in der globalen Informationsgesellschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung von Wachstum und Beschäftigung und unterstützt so die zentralen Vorhaben der Bundesregierung zur Modernisierung von Arbeitsmarkt und sozialen Sicherungssystemen.«

Na denn, sind wir also gespannt was aus diesen schönen Plänen werden wird!

Item Nº 1170

Jorn Barger ist (aus dem Internet) verschwunden

Eine der Legendengestalten der internationalen Blogosphere, Jorn Barger, Autor eines der ältesten Weblogs überhaupt, Robot Wisdom, ist aus der Blogosphere verschwunden (bei Martin wurde er noch vermisst, das hat sich aber zwischenzeitlich aufgeklärt). Wie den Kommentaren im Metafilter zu entnehmen ist geht es ihm gut, er hat nur keinen Bock mehr aufs Internet. Naja, kommt vor.

Barger ist eine interessante Persönlichkeit, das was man gemeinhin einen "seltsamen Vogel" nennt. Julian Dibbell schrieb im Mai 2000 einen Artikel über Barger, der dann letztes Jahr noch einmal in Rebecca Bloods Sammelwerk "We`ve got Blog" erschien, mit dem Titel "Portrait of the Blogger as a Young Man". Das ist einer der Texte der zum Curriculum eines ordentlichen Weblogologen gehört, also lesen wir:

»JORN BARGER IS A COLLECTOR, of a sort -- though you wouldn’t know what sort, exactly, from gazing on his worldly possessions. A long-haired, thick-bearded former artificial-intelligence (AI) programmer in his forties, Barger lives in genteel poverty, sharing an apartment with roommates in Chicago’s scruffy West Rogers Park neighborhood. His bedroom once held a lot of books, but he had to sell them off some time ago; the principal fixtures remaining are a secondhand Macintosh with built-in television, a boom-box radio, and a bed. Barger spends his days in the bed, and there -- sitting with the Mac’s keyboard in his lap and its monitor beside him -- he collects: A color-coded map of the world’s language families. A discussion of the various titles Proust considered and discarded for Remembrance of Things Past. A National Enquirer article on "who’s doing yoga in Hollywood." A BBC item on the evolution of cooperation among capuchin monkeys. Some photos of Fisher-Price Little People repainted as characters from Futurama. A FAIR analysis of recent mainstream news coverage of the IMF and the World Bank. An oddly evocative Webcam shot from the Jennicam Web site. A tribute to the Spanish-language children’s television show El Club de los Tigritos. A compilation of Noam Chomsky resources on the Web. A detailed list of textual correspondences between James Joyce’s Ulysses and Homer’s Odyssey. A phrase that Barger dreamed last night on the edge of waking.«

Zwei Jahre später hat er nun offensichtlich das Bett verlassen und die Mac-Tastatur beiseite gelegt. Ich bin gespannt ob und wann er wieder auftaucht, dieser seltsame Vogel aus der Blogosphere.

Item Nº 1169

Dem Licht entgegen

[Foto: Herbstlicher Himmel]

Item Nº 1168

Chaosradio über Weblogs

Dank ausgiebiger Zugfahrten habe ich mir nun drei Stunden Chaosradio über die Blogosphere angehört (gibt es hier als MP3 und Ogg), ich fand die Sendung recht unterhaltsam und sehe es wie die Kollegen von itw: "Gut drauf, die Jungs da."

Von der Anruferin, die stolz über ihr Livejournal-Blog berichtete, bis zum Trackback war alles dabei. Daher kann ich die Kritik auf "chuzpe" und in in den Kommentaren bei Anneke, insbesondere in dieser gnadenlosen Schärfe, nicht nachvollziehen. Es muß nun wirklich nicht jedes Thema auf den absolut kleinsten gemeinsamen fachlichen Nenner heruntertrivialisiert werden, und man darf auch mal ein paar Fachbegriffe, zumal die auch erklärt wurden, verwenden, ohne sich gleich dem Vorwurf eines elitären Technizismus ausgesetzt sehen zu müssen.

Es war im Gegenteil eine angenehme Überraschung, dass man heute in einem öffentlich-rechtlichen Radioprogramm noch Raum und Zeit für die ausführliche Behandlung eines solchen "Nischenthema" finden kann. Normalerweise werden "Computer-Themen" in den "normalen" Medien auf völlig sinnentstellende Weise vereinfacht, einmal ist das nicht der Fall, schon ist das auch nicht recht. Entsprechend harsch fällt die Replik von Max, neben Tim und Jörg einer drei Akteure im Studio, aus, der sich über die mangelnde Beteiligung der Blogger und die Rezeption der Sendung in der Blogosphere beklagt. Aber es war wohl auch ein wenig schwierig mit dem Telefonieren. ;-)

Item Nº 1167

Die Agenda 2010 auf meinem Tisch

Die Agenda 2010

Am Wiesbadener Hauptbahnhof bekam man heute von einer (überaus reizenden ;-)) jungen Dame ein rotes Heftchen in die Hand gedrückt, mit dem Titel "agenda 2010. Deutschland bewegt sich", natürlich mit einem Vorwort von Gerhard himself. Das klingt sehr authentisch, mit "erstens, zweitens, drittens" führt er auf was zu tun ist, es fehlt nur das "Basta!" unten drunter. Garniert ist das ganze Werk mit Zitaten aus der internationalen Presse, z.b. aus dem Guardian: »In einigen Jahren wird die Entscheidung für die agenda 2010 vielleicht als wichtiger Wendepunkt in der jüngsten europäischen Geschichte gesehen.« Da ist vielleicht etwas Wahres dran, aber möglicherweise anders als sich Gerhard das vorstellt ...

In dem Zusammenhang: Im Frankfurter Ostpark sitzt einer auf einer Bank mit `ner Kiste Bier. Was ist das? ist doch klar, eine "Ich AG" bei der Weihnachtsfeier ...

Item Nº 1166

Oh Montag, Du gefallener Engel!

So viel Licht, und so wenig Netzhaut zur Rezeption. Oh Montag, geboren aus der Hölle des immerwährenden Kreislauf der Zeiten, gefallener Engel aus der Riege der Wochentage, gehe von mir. In der Kaffeekanne schwimmen die Reste des unverkochten Kaffees, als wäre es das Leben selbst, auf der Suche nach dem Ziel. Wie kann schon wieder Anfang sein wenn nie das Ende erreicht wurde? Aber die immerwährende rotierende Maschinerie des Kapitalismus fordert ihren Tribut, drum werfe ich mir den grauen Sack über und stürze mich in die öligen Windungen der Ökonomie, den Sinn werfe ich auf die Gleise, bevor ich mein Schicksal dem stählernen Pfade des roten Feuerroß anvertraue ...

Was ich eigentlich sagen wollte: Es ist Montag, und ich habe überhaupt keinen Bock! Warum sagt er das dann nicht einfach, hat der Netzbuch-Schreiber übers Wochenende den Verstand verloren? Nein, Arne fordert im Bloghaus mehr "Schwurbeln beim Bloggen", daher fange ich schon einmal an ... ;-)