das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - August 2004

Item Nº 1938

Zitat des Tages

»Die Krönung ist jedoch die Hackfresse, die zur Zeit im TV seine computeroptimierten Lottoreihen anpreist wie geschnitten Brot. Der ruft bei mir regelrecht Aggressionen hervor.« Man merkt’s. ;-) Josh ist in die Abgründe televisionären Wahnsinns getaucht und knöpft sich »Rattenfänger und Marktschreier« vor: »Teert und federt sie.« Jawoll! Der Teer köchelt schon, und die Hühner sind gerupft! ;-)

Item Nº 1935

Neues vom iPod

iPod-Taschen und kein Ende: foofpods (oder “foofbags” für das Powerbook) bieten auf einer 63er Singer handgearbeitete Transporttäschchen im Schneeleoparden- oder Blümchenlook (via Nico). CITY Magazine präsentiert eine ganze Kollektion von iPod-Täschchen. Da es sich um ein “Totes-Holz-Magazin” handelt, aber leider ohne Links, bei Interesse muß man sich die Tasche selbst ergoogeln (via Jeremy).

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Mittlerweile wurde der HP-iPod präsentiert (fscklog berichtet erschöpfend), die große Innovation HPs ist ein HP-Logo auf der Rückseite. Art und Weise der Präsentation und das letztendliche Resultat zeigen die ganze Fantasielosigkeit, zu der eine “herkömmliche” Computerfirma wie HP fähig ist. Fantasievoll werden die nur, wenn es darum geht, das Verwenden preiswerter Tintenpatronen zu erschweren …

Hilfreich dagegen könnte das iPod-FAQ für tatsächliche und potenzielle iPod-BesitzerInnen sein, einige Fragen, wie sie auch hier in den Kommentaren gestellt wurden (z.B. zu USB 1.1 und 2.0), werden da erschöpfend geklärt.

Und eine richtig traurige Geschichte ist die vom Tode des 1G-iPods Alvin, der einem übermütigen bloggenden Radfahrer zum Opfer fiel …

Item Nº 1934

Red Mischa

Was soll man noch zu ihm sagen, dem Champion der Champions, außer “Red Mischa, you are my hero”? Im 700. Rennen der Scuderia Ferrari holt Michael Schumacher sich WM-Titel Nr. 7 ab und schraubt seine Rekordbilanzen in immer neue Dimensionen. Dass Mischa keine Gegner, sondern nur Opfer hat, ist ja nicht seine Schuld. Uns bescheidenen Beobachtern bleibt nur, den Hut zu ziehen und zu sagen: Glückwunsch, Schumi, und auf zum achten Titel! :-)

Item Nº 1933

Stars On Tour

Wenn der Herr Manson auf Tour geht, dann geht nichts ohne Schminktisch (das erscheint bei ihm in der Tat essenziell) und ‘Love Seat’. Was ist denn ein Love Seat?

The Smoking Gun plaudert aus dem Nähkästchen und hat die Anforderungen der Stars und Sternchen an die Veranstalter gesammelt, die erfüllt sein müssen, damit die Damen und Herren Stars eine Lokation mit ihrer Anwesenheit beehren (via Stefan).

Item Nº 1930

Projekt Ostkreuz

Der Berliner Bahnhof Ostkreuz ist ein faszinierender Ort, das habe ich beim Umsteigen letztens in Berlin durchaus bemerkt, aber leider war keine Gelegenheit zu einer ausgiebigen Foto-Session. Um so schöner, dass andere fotografierende Damen und Herren dem morbiden Charme des etwas heruntergekommenen Bahnhofs erlegen sind und wunderschöne Bilder ins Netz gestellt haben: »Projekt Ostkreuz.«

Nicht von der etwas merkwürdigen Seite abhalten lassen (so führen bspw. die Links bei “zuletzt angesehen” zu völlig anderen Bildern, wenn man die Seite ein paar Minuten im Browser stehen lässt, und die Kästen geraten, zumindest im Safari, ein wenig aus den Fugen), die Bilder in den Galerien sind klasse und lohnen einen intensiveren Blick.

(Via photo-blogg.de)

Item Nº 1929

Morgen stirbt das Internet!

Na, das ist doch mal eine reißerische Überschrift!

Eine Ladung Panik und Hysterie gefällig? Es gibt Berichte, dass am morgigen Donnerstag ein großer Teil des Internets durch eine Attacke von Cyber-Terroristen zerstört werden soll, präziser gesagt, dass die wichtigen Cisco-Router durch in die Hände von üblen Gesellen geratenen Cisco-Code außer Funktion gesetzt werden sollen und dann halt nichts mehr geroutet wird.
Diese Berichte gehen auf eine angebliche Vorhersage von Experten der Kaspersky Labs zurück, was diese im Nachhinein aber vehement bestreiten (via MetaFilter).

Sollte das Internet also morgen tatsächlich nicht mehr funktionieren: War sehr nett mit Euch! ;-)

Nachtrag: Mario Sixtus: »Eine Meldung und ihre Geschichte«

Item Nº 1928

Cool Tool: Waage mit USB-Anschluß

Eine Waage mit USB-Anschluß, damit kann man sein aktuelles Körpergewicht automatisch ins Weblog übernehmen, als Feed zur Verfügung stellen, grafische Auswertungen programmieren – kurz, ein must have, ich meine, ein muß haben, für den körperbewussten Geek von heute!

(Gefunden bei Joi Ito)

Item Nº 1926

Hartziges

Etwas Hartziges aus dem Blätterwald. In der FR beschäftigt sich Luhmann-Adept Peter Fuchs, der wahrscheinlich schon seiner Frau am Frühstückstisch Zitate aus Luhmanns »Liebe als Passion« an den Kopf wirft, mit den Folgeerscheinungen auf ostdeutschen Straßen im Gefolge von Hartz IV: »Riskante Entscheidungen. Die Montagsdemos und die Moralisierung der Verhältnisse.« Zitat: »Die unbekannte Zukunft wird zur Voraussetzung aktuellen Entscheidens. [...] Wer in der Gegenwart entscheidet, geht Risiken ein, die sich für die Nicht-Entscheider, für die Betroffenen als Gefahren darstellen, die sie selbst nicht ausgelöst haben. Jede Entscheidung, die sich auf Zukunft bezieht, wirft damit diejenigen aus, die als Entscheider Risiken streuen, und diejenigen, für die das Risiko die Zumutung einer Gefahr ist, durch die man betroffen wird. [...] Diese Asymmetrie erzeugt Betroffenheitswelten, in denen es dann (wenn erst einmal Moral auf den Plan tritt) zu Überhitzungen kommt, etwa dazu, dass man auch betroffen sein muss über die Betroffenheit anderer Leute. Ein eigentümlicher Betroffenheitsbetroffenheitsmarkt entsteht. Entscheidend ist, dass aus dieser Perspektive dieses Marktes Entscheidungen, die riskant sind, nicht toleriert werden, aber selbst keine Entscheidungen getroffen werden – außer der einen, dass Risiken vermieden werden müssen [...].« Simpler ausgedrückt: Niemand kennt die Zukunft, Entscheidungen in der Gegenwart betreffen die Zukunft, niemand weiß, ob er je betroffen sein wird, also ist er betroffen. Etwas trivial gedacht, denn es erklärt nicht, warum gerade diese Entscheidung die ostdeutschen Straßen bevölkert.
Noch mal FR, noch mal Hartz und die Montagsdemos: »Messianische Erwartung. Die Montagsdemonstrationen und ihr Blick auf das große Ganze.« Michael Rutschky betrachtet die hartzigen Montagsdemos in der Tradition der Achtundsechziger und der DDR 1989: »In Massen zu demonstrieren, erzeugt ein Gefühl der Stärke. Unmittelbar entsteht, bewegt sich die Masse durch die Straßen, singend, Parolen skandierend, die Parolen auf Schildern in die Höhe haltend – unmittelbar entsteht eine unbezwingliche Macht. [...] Nichts ist unmöglich – packen wir es an. Wir sind das Heer des Lichts – welches Heer der Finsternis will sich uns entgegenstellen? Die Achtundsechziger können sich ebenso daran erinnern, wie einem hinterher, wenn die Demonstration sich auflöste, zumute war. Kein Heer der Finsternis war auf den Plan getreten. Aber die unwiderstehliche Macht, an der man eben noch teilgenommen hatte, verschwand im Nichts. [...] So werden die Montagsdemonstrationen, wie schon ein weiser Beobachter bemerkt hat, womöglich weiter wachsen. Und am Ende ganz folgenlos verrinnen.«
Handfester geht es in der taz zu: Maren Hombrecher berichtet vom Leben als Arbeitslose mit 500 Euro im Monat in diesen Zeiten der ewigen Reformen: »Essen, was abfällt.« »Es ist jetzt wirklich alles viel besser als vorher. Neulich musste ich erstmals bei meinem neuen Arbeitsamt vorstellig werden und ich kam sofort dran. Das ist mir vorher noch nie passiert. Kann also doch sein, dass es noch Grund zur Hoffnung gibt, dass sich ‘die da oben’ doch ganz doll Mühe geben, die Umstände für alle Beteiligten zum Besten zu wenden. Man soll ja immer optimistisch bleiben, weil ‘positive thinking’ schon die halbe Miete sei.«
Und noch mal Hartz IV und die Folgen, von REGIERUNGonline: »BILD-Berlin meldet heute, das Berliner Tierheim erwarte wegen der Einführung des Arbeitslosengelds II, dass Hunderte Hunde zusätzlich ausgesetzt oder abgegeben würden, weil Tierbesitzer fürchteten, sich die Haltung nicht mehr leisten zu können.[...] Der Zusammenhang zwischen der Arbeitsmarktreform und dem Aussetzen von Tieren, der von der BILD-Zeitung hergestellt wird, ist absurd und durch nichts belegt.« Da sind wir doch beruhigt, oder? ;-)

Item Nº 1920

Die lächerlichsten Black-Metal-Bilder

Okay, wir alle wissen, dass Black-Metal-Musiker einen ordentlichen Sprung in der Schüssel haben, trotzdem habe ich gerade richtig gut abgelacht bei den TOP 10 MOST RIDICULOUS BLACK METAL PICS OF ALL TIME, insbesondere er hier ist der Hammer, äh, die Axt …

Ich gestehe öffentlich, ich habe eine Dimmu Borgir-CD in meiner Sammlung, da muß ich wohl mal eine Phase außerordentlicher Geistesverwirrung durchlaufen haben. Ich meine, wer kauft sich eine CD von solchen Gestalten, wenn er nicht ordentlich geistig verwirrt ist?

(Via Mosaikum)

Item Nº 1918

Zitate

Joi Itos Weblogger Lifestyle: »I printed out Andrea and Jonah’s picture from Andrea’s photo blog, taped it into my moleskine notebook and headed for the airport.« Das ist doch was für die verehrte Frau Tempa. ;-) Immerhin, ich kann mir die Gesichter von Webloggern, von denen ich Fotos gesehen habe und die ich treffen möchte, noch im Kopf merken, und brauche sie nicht in das besagte “Angeber-Notizbuch” zu kleben …

Und noch ein wenig Blogger-Weisheit von Herrn Kniebes: »Also, wenn man nicht während der Arbeitszeit bloggt, verliert das Ganze so ziemlich seinen Reiz. Mußte mich gerade förmlich zwingen für diesen Eintrag ein paar Minuten meiner Freizeit zu opfern.«

Apropos Zitate: So lange q in manchem Client unkalkulierbare Resultate in Form von doppelt vorhandenen Anführungszeichen zeitigt, werde ich für Zitate weiterhin cite verwenden, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass das streng genommen falsch ist. Unterbinden per CSS ist keine Lösung, da bspw. RSS-Reader zwar HTML interpretieren, aber CSS ignorieren (oder nach eigenen Einstellungen interpretieren), sieht dann sehr unschön aus. Wenn Du jetzt gar nicht weisst wovon ich eigentlich rede, vergiss es einfach. ;-)

Item Nº 1913

Dumme Phisher

Peinlich, wenn bei Phishers bei der Expansion in neue Geschäftsfelder die Endredaktion so schmählich versagt. Wer auf solch eine halbseidene E-Mail reagiert, den Link anklickt und seine Banking-Zugangsdaten angibt, hat es fast schon verdient, das Konto geleert zu bekommen …

Item Nº 1912

Gartenarbeiten in Wiesbaden-Freudenberg, oder: Meine Kamera, die Waffe

Ein Bild und seine Geschichte. Ein Meilenstein auf meinem langen Weg zum Meisterfotografen, erstmals bekam ich wg. eines Bildes Schläge und Anwalt angedroht. Aber der Reihe nach. ;-)
Gestern Morgen mache ich mich, wie immer auf dem letzten Drücker, auf den Weg in Richtung Haltestelle um ins Büro zu fahren. Auf dem Weg dorthin wird mein Vortrieb von einer “wilden Sperrung” des Fußgängerwegs zwischen den Gärten abrupt eingebremst, irgendwelche Typen schreddern Stücke von Bäumen, die sie aus einem der anliegenden “ich sitze so gerne mit Unterhemd und Bierpulle in der Sonne”-Gärten schleppen. Auf meine Rufe, mal einen Moment aufzuhören, mit Holzspänen herumzuspritzen, damit ich vorbei kann, reagiert der Meister des Schredders nicht. Dadurch werde ich zu einem exorbitant zeitraubenden Umweg genötigt, und das öffentliche Verkehrsmittel fährt ohne mich gen Bahnhof …
Nun hatte ich also etwas Zeit, also beschloß ich, das zu tun was ich immer mache, nämlich ein Foto von den Verhärmtheiten des Lebens. Als ich mich mit der Kamera im Anschlag dem Tatort nähere, kommt jener freundliche Herr, der mich vorher (s.o.) geflissentlich ignoriert hat, angelaufen und schreit was von “hier wird kein Foto gemacht”, verbunden mit Andeutungen über bei Zuwiderhandlung drohenden gewalttätigen Sanktionen. “Klar”, denke ich mir, und drücke erst einmal ab (siehe Bild oben). Daraufhin wird er noch wilder, ruft was von “wenn das Bild in der Zeitung erscheint, hetze ich dir meinen Anwalt auf den Hals”. Zeitung? Boah, ich muß professionell wirken! Langsam dämmert mir, dass hier irgend etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, wahrscheinlich wurden die Bäume ohne Genehmigung gefällt (mal abgesehen von der “wilden Sperrung” eines öffentlichen Weges), das wird teuer, wenn die Behörden davon Wind bekommen. Mit den Worten “ist nicht für die Zeitung, sondern für’s Ordnungsamt” verabschiede ich mich, während der freundliche Herr mir noch ein “Pass bloß auf!” hinterher ruft.

Nun kämpfe ich noch mit mir, ob ich dem Amt mal einen Tipp geben soll, aber wahrscheinlich mache ich es nicht. Einerseits bin ich ja nicht der Gartenblockwart vom Freudenberg, und andererseits ist es mir völlig egal wie die Verhärmten ihre Gärten zurichten. Aber mir den Weg einfach so sperren (mit der Straße hätten sie das nie gemacht, die Autos müssen ja vorbei können, aber Fußgänger sind ja völlig egal, die kann man ruhig zu Umwegen nötigen), das schreit eigentlich nach Strafe…

Schönes Wochenende allerseits!

Item Nº 1911

Bloggt Nashörner!

Katzen in Weblogs thematisieren ist so etwas von “out”, denn jetzt werden Nashörner gebloggt: »Follow The Rhinos« Zwei Nashörner reisen von ihrem derzeitigen Domizil in Ohio nach Phoenix/Arizona, und bloggen ihre Erlebnisse. Außerdem gibt es Fotos und man kann ihnen eine E-Mail schreiben, für Kommunikation ist also gesorgt …

(Via MetaFilter)

Item Nº 1910

Die Stadt und der Müll

Aufgenommen letzten Sonntag in Berlin, am S-Bahnhof Hackescher Markt. Außerhalb des Bildes, rechts von mir, saß auf einem Mäuerchen eine Gruppe Touris, die ziemlich dumm schauten, als ich den Müll ins Visier nahm. Aber da steht man drüber!

Apropos Müll: Etwas ästhetischeren Müll hat Beate in Karlsruhe fotografiert.

Item Nº 1907

Eine Runde dissen!

Wenn mich eines aufregt, dann sind das Websites, bei denen endlos geladen wird, weil man stundenlang auf den lahmarschigen Counter von Re_Invigorate warten muß, oder gar, wie bei daily dose of imagery, die Seite gar nicht geladen wird. Warum können die verehrten Netz-Kollegen nicht wie jeder normale Mensch ein Logfile auswerten? Nein, sie bremsen sich ihre eigenen Seiten mit einem suboptimalen Drittanbieter für eine Statistik mit zweifelhaftem Erkenntnisgewinn aus. Das finde ich richtig verhärmt!

Item Nº 1906

Kahle Problemzonen

»Keine Chance für Busch.« Die taz konstatiert das Verschwinden der Achselbehaarung bei der “Problemzone der postindustriellen Gesellschaft”, dem modernen Mann: »Der moderne Mann, laut Ansicht des Zukunftsinstituts Kelkheim ‘die Problemzone der postindustriellen Gesellschaft’, verzichtet freiwillig auf eine seiner wichtigsten Insignien, die ihn von der Frau unterscheiden: die Körperbehaarung. Nur vereinzelte Jungmänner fragen im Chat: ‘Ist das nicht irgendwie schwul?’« Ja, verehrte Zielgruppe, das ist wahrer “Premium Content” aus dem prallen, äh, kahlen Leben, dagegen verblassen Bilder von Kindern oder Katzen oder Katzen und Kindern zu einer Marginalie im blogosphärischen Diskurs! ;-)

Item Nº 1905

Audiobloggen bei der FR

Die FR ist »Dichter am Sommer«. Jede Woche (noch bis September) “audiobloggt” die FR ein sommerliches Gedicht, damit man auch an trüben Sommertagen wenigstens etwas Sonne im Herzen hat. ;-)

Item Nº 1900

Berliner Bilderbogen

Da Kopf und Herz nach dem Berlin-Trip noch nicht im Alltag angekommen sind, gibt es heute einen kleinen Bilderbogen aus Berlin, für das “Alltagsbloggen” fehlt mir noch jeglicher Antrieb.
Das Bild oben zeigt die Gedächtniskirche in der Abenddämmerung, sie wirkte in ihrer Zerstörung sehr seltsam und deplatziert inmitten eines hektischen Straßenfesttreibens (am linken Bildrand kann man noch das Dach eines Standes erkennen), in dem ich mich befand, als ich die Szenerie am Himmel entdeckte. Einen ordentlich Auftrieb gab es bei der Henri Cartier-Bresson – Ausstellung im Gropius-Bau, das Bild zeigt die Schlangen der Kulturbeflissenen, die Zugang zu den Meisterwerken begehren. Die Ausstellung selbst war sehr interessant und umfangreich, es mindert aber das Vergnügen beträchtlich, wenn man ständig Slalom laufen muß, um sich die Bilder anschauen zu können. Neben den bekannten und weniger bekannten Fotografien des großen Meisters gab es auch Original-Zeitschriften mit Bildern Cartier-Bressons im originären Veröffentlichungs-Kontext zu sehen. Und seltene Portrait-Aufnahmen und Dokumente aus seinem Privatbeständen, auch wenn die Ausstellung nicht so gedacht war (als sie begann, lebte HCB bekanntlich noch), die Ausstellung wirkt wie ein Nachruf … Ein Tourimagnet, voller Cafes wo niemals ein Kellner kommt, ist der Potsdamer Platz mit dem SonyCenter. Eine etwas merkwürdige überdachte Scheinwelt, wenn man die Horden darin sitzen sieht, im Sommer, wohlgemerkt, fragt man sich, warum man eigentlich ausgerechnet da sitzen soll, wo doch Berlin so viele schöne Ecken bietet, an denen man seinen Kaffee schlürfen kann. Das Bild zeigt eine der Innenfassaden des SonyCenters, und es wartet im Fotoblog in einer größeren Ansicht von 720 Pixeln auf interessierte Betrachter. Auch sehr beliebt: Die Hackeschen Höfe, hier durch eines der (etwas schmutzigen) Fenster vom S-Bahnhof Hackescher Markt aus gesehen. Benannt übrigens nach Graf von Hacke, der 1750 in seiner Funktion als Stadtkommandant dort erstmals Straßen anlegen ließ, unter anderem die Neue Promenade, wo sich heute die Restaurants und Cafes am S-Bahnhof befinden. Und noch etwas Hübsches im tiefsten Osten, in Lichtenberg: Ein Sonnenblumenlabyrinth. Auf dem Bild kann man im Hintergrund das sonstige Ambiente der Gegend erahnen, die Sonnenblumen sind ein Farbtupfer in einer recht tristen Gegend am Bahndamm.

Unterhaltsame Bloggertreffen gab es natürlich auch ;-), eines mit dee, Martin und Heiko in Kreuzberg, und eines mit Lia, Gabi, Moe, Mike, dem Schockwellenreiter und dem bloggenden Hund Zebu im Sandmann in Neukölln. Und, last but of course never least, bei beiden Treffen dabei, Beate. :-)

Item Nº 1899

Berliner Sonntag

Ein Gruß in die Runde aus unserer glorreichen Bundeshauptstadt Berlin! Trotz meiner Bedenken bezüglich des galoppierenden amerikanischen Kulturimperialismus ;-) sitze ich mit Hedwig dem Powerbook bei Starbucks an den Hackeschen Höfen und genieße den Hottschpott.

Drei Tage Berlin in Kurzfassung: Laufen, gucken, laufen, knipsen, laufen, Schlange stehen, warten (oh Henri, Du hättest ruhig noch ein wenig länger leben können, wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte es sicher auch noch einen Katalog gegeben, zum weglachen sind die Gespräche der Bildungsbürger, während sie sich die Bilder von HCB anschauen), laufen, knipsen, Blogger treffen, Spaß haben, laufen, knipsen, Blogger treffen, Spaß haben, Bahn fahren, warten (meine Herren, was an der Gepäckannahme am Bahnhof Zoo vorgeht, spottet jeder Beschreibung “Ach Nein, das rosa Rucksäckchen brauche ich ja doch noch, ach ne, ich brauche es doch nicht, ich meinte die kleine rote Tasche”, gut, das ich so ein sonniges Gemüt habe), gleichmütig gucken wenn die Schnorrer durch die Bahn laufen (hatte ich ja in Wien geübt, obwohl der etwas streng riechende Typ, der mir eben in der Bahn einen Kaffee aus einer völlig versifften Thermoskanne verkaufen wollte, einen Originalitätspreis verdient hat), knipsen, laufen, Neuköllner Müllbeseitigung live sehen, lachen, Sonnenblumen, Gebäude, überall neue Gebäude, laufen, knipsen, freuen.
Waren schöne Tage hier in Berlin, Du siehst mich wieder, oh brodelnde, mitunter etwas schmutzige Monsterperle des deutschen Ostens …

Item Nº 1896

Wort des Tages: Weblogüberwachungsservice

Alp hat das Wort des Tages: Weblogüberwachungsservice

Entdeckt hat Alp es bei HTMLWorld, und diese Herrschaften rühmen sich in dem Text, ein Weblogüberwachungsservice zu sein.

Item Nº 1895

Audiobloggen II

Gerrit hat sich auch vom Audiobloggen anstecken lassen und audiobloggt munter drauflos. Und stellt zwei Webanbieter vor und macht sich so seine Gedanken über seine Wünsche und Pläne in Sachen Audiobloggen. Wieso wurden die eigentlich nicht ge-audiobloggt, sondern schnöde getippt? ;-)

Ich habe immer noch kein Mikro, diese Woche wird das auch nix mehr, also hier erst nächste Woche Audiobloggen.

Die Hauptfrage beim Audiobloggen, lässt man mal den Geek-Aspekt, dass man einfach tun muß, was man technisch tun kann, beiseite, formulierte jemand, der ich vom Audiobloggen berichtete: »Und, was sagst Du dann?«

Gute Frage! Wenn die Neugier auf den audiobloggenden Menschen (“Was hat er oder sie für eine Stimme, für einen Akzent”), den man nur von seinen oder ihren Worten auf den Schirm kennt, verflogen ist, fragt sich das blogkonsumierende Individuum berechtigt, warum es sich eigentlich Sachen anhören soll, die es ebenso gut lesen könnte. Welche Inhalte soll man also audiobloggen, statt sie in die Tasten zu klimpern?

Auf diese Frage ist mir noch keine schlüssige Antwort eingefallen. Möglicherweise erreicht man mit einem nicht zu langweilig ;-) gesprochenen Beitrag eine höhere Aufmerksamkeitsspanne bei der verehrten Zielgruppe, als mit einem ordinären Text-Beitrag, der in der Regel eh nur überflogen wird.

Item Nº 1894

Boßdorf revisited

Na, das ging ja schnell (vgl. Netzbuch-Beitrag »Hagen Boßdorf und das journalistische Selbstverständnis«), in der FR kann man heute lesen: »Die ARD dringt nun offensichtlich doch darauf, dass Sportkoordinator Hagen Boßdorf seine Nebentätigkeiten aufgibt. Dies wurde von einem Sprecher aus dem Senderverbund bestätigt. Wie verlautete, werden die ARD-Intendanten Boßdorf jetzt auch förmlich bitten, seine Verträge mit T-Mobile aufzugeben. [...] Stellung nehmen mochte Boßdorf zur ‘Bitte’ der ARD-Intendanten unter dem Verweis auf ‘interne Vorgänge’ gegenüber der FR nicht. Er sieht sich durch ‘falsche Berichterstattung von Journalisten’ im Umfeld der Tour de France generell unfair behandelt.« Armer Kerl, mal schauen ob er der Bitte nachkommt.

Item Nº 1893

On Tour, mal wieder!

Da es ja schon überall zu lesen ist ;-): Morgen früh (besser, in den Nachtstunden, 4:50 Uhr ab Wiesbaden-Hauptbahnhof!) geht es nach Berlin, HCB-Retrospektive anschauen, nette Leute treffen, tolle Sachen angucken. Freue ich mich drauf!

Die Waffe des gemeinen Bresson-Adepten ist natürlich auch dabei, leere Speicherkarten warten darauf, gefüllt zu werden mit weiteren unzureichenden Versuchen, die Flüchtigkeit von Raum und Zeit mit kalter Digitaltechnik in 5 Megapixeln zu besiegen.

Item Nº 1890

Wiesbadener Wohnkultur

So sieht es hier in der Nachbarschaft in Wiesbaden-Freudenberg aus, und das nun fast schon zwei Wochen. Das ist übrigens keine wilde Ablage im Grünen, sondern da wohnt jemand mit einem recht schwach ausgeprägten Sinn für Ästhetik …

Item Nº 1889

Zehen lecken in Holland

Es gibt Sachen, die erhalten wg. unwichtiger Themen in den Nachrichten keine angemessene Würdigung, aber dafür gibt es ja Weblogs!

Die niederländischen Sozialdemokraten wollen ein Gesetz erlassen, das unmotiviertes Lecken an weiblichen Zehen unter Strafe stellt, schreibt Reuters. Grund ist der Fall eines 35-jährigen Mannes, der bereits seit drei Jahren herumläuft und Frauen am Strand und in Parks an den Zehen herumleckt, ohne dazu aufgefordert worden zu sein. Der seltsame Herr konnte nicht vor Gericht gestellte werden, da es in den Niederlanden kein Gesetz gibt, dass unmotiviertes Lecken an fremden Zehen unter Strafe stellt.

(Via Suw)

Item Nº 1888

Das ausgefallene Audiobloggen

Martin bloggt heute über Audiobloggen , weil Suw eine Woche lang audiobloggen möchte.

Klasse Idee, hätte man eigentlich auch von selbst drauf kommen können. Also wollte ich das “Wort zum Sonntag” audiobloggen. Aber wo ist mein Mikrofon? Herumwühlen im Bestand technischer Utensilien brachte ein deprimierendes Ergebnis: Einfach weg, unauffindbar. :-(

Nächste Idee: Audacity starten und das eingebaute Mikro des Powerbook benutzen. Gerade spreche ich also sehr wichtige Sachen, als unvermittelt der Lüfter des Powerbooks losheult. Er erschien mir sehr laut, also habe ich mir das angehört, es klingt als hätte ich neben einem startenden Flugzeug ge-audiobloggt. Sehr intelligente und durchdachte Design-Idee von Apple, das eingebaute Mikro genau neben dem Lüfter anzuordnen …

Item Nº 1887

Johann Trollmann in der Wikipedia

In den “Referrern” entdeckt: Wikipedia: Johann Wilhelm Trollmann, mit einem Link auf diesen Netzbuch-Artikel.

Dass es ausgerechnet dieser ist, freut mich außerordentlich. Das war mal ein mit viel Herzblut (ob des tragischen Schicksals dieses Kämpfers) und stundenlanger Recherche erstellter Blog-Artikel, und er interessierte – niemanden. Schreibt man dagegen mal in einem Nebensatz eine schnodderige Bemerkung über irgendeinen A-List-Blogger, stapeln sich umgehend 27 Referrer-Links, 12 Trackbacks und 42 Kommentare. Die Welt ist schon verhärmt, wenn ich nicht so ein sonniges rheinisches Gemüt hätte, könnte ich darüber depressiv werden …

Item Nº 1886

Farbiger Zug

Schon lange kein beinahe wöchentliches Bahnbild mehr gehabt! Ein nahezu vollständig eingesprühter Zug verlässt über die Kaiser-Wilhelm-Brücke den Kölner Hauptbahnhof natürlich genau in dem Augenblick, in dem ich die Speicherkarte wechseln muß. Flott wie ich bin, habe ich ihn gerade noch erwischt, bevor er für immer über die Brücke entfleucht, ein rollender Farbklecks auf der finster-monumentalen Eisenbahnbrücke …

Ein schönes Wochenende allerseits!

Item Nº 1885

ARD - Schuld war nur der Bagger!

Nachtrag: Dieser Eintrag entstand, als Freitag um 20:30 die Bundesliga starten sollte, das Bild plötzlich weg war, die ARD das Horrorkabinett ihrer mir ansonsten glücklicherweise gänzlich unbekannten Programme öffnete, es eine Stunde dauerte bis im TV mal gesagt wurde was eigentlich los war, und ich mich wg. DJ Ötzi und Vicky furchtbar langweilte. ;-)

Ich werd’ zum Tier! Bundesliga-Auftakt, Anstosszeit, und was passiert bei den unfähigen Deppen der ARD? Sie verlieren die Leitung nach Bremen, und foltern das wartende Publikum mit DJ Ötzi. Immerhin, gerade haben sie direkt nach Ötzi eingeblendet: “Bitte entschuldigen Sie die Störung.” Ötzi ist wirklich eine Störung, und zwar eine Störung des Geschmacks.

Aber es kommt noch schlimmer, nun senden sie das Festival des deutschen Schlagers, Jürgen Marcus, “eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, schallalala”! Morgen kündige ich die GEZ, und steht dann ein Spitzel vor der Tür, spiele ich ihm eine Kassette von heute abend vor. ;-)

Und dann noch Vicky Leandros hinterher. Ich glaube, ich betrinke mich jetzt sinnlos!

Aha, Stromausfall in Bremen, sagt sport.ard.de. Garantiert ein Terroranschlag einer Fußball-Hasser-Gruppe gegen die Bundesliga! ;-) Offiziell war es ein Bagger, der die Stromleitung kappte. Sachen gibt es, was sagt die Gewerkschaft, dass der Bagger Freitag Abend baggert?

Aber das Ersatzprogramm ist schon wirklich hart, jetzt entdecke ich mal, was die alles so senden wenn ich abgeschaltet habe. Abgründe!

Sie setzen immer noch einen drauf, nun Udo Lindenberg. Schlimm! Da muß man zum Kettenraucher und Trinker werden!

Um 21:35 geht es tatsächlich los! Woah! Und dann aber ein übles Match, ist nix für die sensiblen Fußballerseelen, so ein Stromausfall. ;-)

Fazit: War ein verhärmter Fußball-Abend!

Item Nº 1884

Das Leben hat wieder Sinn!

Denn heute startet die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des Meisters Werder Bremen gegen den FC Schalke 04 in die Spielzeit 2004/2005. Boah, was bin ich geil auf richtigen Fußball, auf Kampf um Punkte und Tore, auf Drama und Action auf dem grünen Rasen, auf das simple Spiel, das in seiner klaren Zielsetzung (“das Runde muß in das Eckige”) das Auf und Ab menschlicher Existenz in 90 Minuten (plus Nachspielzeit) komprimiert. Jeder Sieg ist wie eine Wiedergeburt, jede Niederlage in ihrer unabwendbaren Endgültigkeit jedesmal ein bißchen sterben …

Jetzt ist Schluß mit dem Vorfeld-Gelaber. Wie sagte Jürgen “Kloppo” Klopp, Trainer vom Aufsteiger Mainz 05, heute in der Rundschau: »Ich bin leer gebabbelt.« Und: »Lasst uns endlich über Fußball reden!«

Wer wird Meister? Mir egal, so lange es nicht die neuerdings in grotesken güldenen Trikots auftretende Un-Truppe des FC Bayern ist.

Eine kühle Neuerung: In dieser Saison dürfen Meister-Vereine mit Sternchen über dem Vereins-Enblem herum laufen. Vereine mit 10 und mehr Meistertiteln seit Einführung der Bundesliga 1963 dürfen drei Sternchen tragen (nur die Bayern, ausgerechnet ;-)), mit 5 und mehr Meistertiteln zwei Sterne, das darf nur die Borussia aus Mönchengladbach (ha, sind wir stolz :-)), ab drei Titeln darf man noch einen Stern tragen (Werder Bremen, Hamburger SV und Borussia Dortmund).

Aber Sterne hin, Sterne her, ab heute wird auf dem grünen Rasen entschieden. Möge stets der Bessere gewinnen! Es sei denn, es ist … aber Ihr wisst schon. ;-)

Item Nº 1883

Textpattern 1.0 ante portas

Marcus hat aufmerksam gelesen und herausgefunden, dass TXP-Meister Dean Allen TXP 1.0 fertig gestellt und am 4.8. einen »release before next week« in Aussicht gestellt hat. Das sind doch mal gute Nachrichten in diesen finsteren Zeiten. :-)

Außerdem gibt es auch eine neue Textpattern development site.

(Merci, Beate)

Item Nº 1881

Rechtschreibreform - Pressekonzerne machen Politik

Spiegel Online: »Die Axel Springer AG und der SPIEGEL-Verlag kehren in ihren Print- und Online-Publikationen zur klassischen deutschen Rechtschreibung zurück. Gleichzeitig richten die Verlage einen Appell an andere Medienunternehmen sowie an die Nachrichtenagenturen, sich diesem Schritt anzuschließen.« Das ist skandalös, seit wann bestimmen in diesem unseren Lande solche Dinge Medienkonzerne mit ihrer publizistischen und finanziellen Macht? Genauso gut könnten die Arbeitslosen beschließen, die Hartz IV-”Reform” zu ignorieren und zur alten Regelung zurück zu kehren.

In eigener Sache: Die Netzbuch AG gibt bekannt, so lange keine Publikationen der Axel Springer AG und des Spiegel Verlags mehr käuflich zu erwerben oder publizistisch zu würdigen, bis diese öffentlich verkünden, sich wieder an in demokratischen Gemeinwesen übliche Gepflogenheiten zu halten.

Dass die Reform zu Verunsicherungen und Fehlern führt, ist unbestritten. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis es jeder “drauf” hat. Nach Jahren nun die Reform kippen zu wollen, ist grotesk. Was ist mit Österreich und der Schweiz? Den Kindern, die bereits in der neuen Schreibweise unterrichtet wurden? Tonnenweise Schulbüchern?
Eine Rücknahme der Reform kann nur Chaos produzieren, und zwar ein richtiges Chaos. Das Thema ist seit Jahren durch, und wir sollten einfach damit leben, und uns davor hüten, uns aus populistischen Motiven vor den propagandistischen Karren machtgeiler Medienkonzerne spannen zu lassen.

Item Nº 1880

Henri Cartier-Bresson

Bereits am Montag (3.8.) starb der große Meisterfotograf Henri Cartier-Bresson 95-jährig in seinem Haus in Luberon, Frankeich. Der Mann schaffte es meisterhaft, anrührende, unfreiwillig komische, fröhliche oder historische Momente einzufangen. Er hatte ein Abkommen mit dem Schicksal, er fotografierte Gandhi wenige Stunden, bevor Gandhi ermordert wurde, oder er war in China, als die Kommunisten die Macht übernahmen. Es war als flüstere das Schicksal ihm zu: “Mach’ Du mal eben noch ein Foto, gleich schlage ich zu.”
Nun ist die große Cartier-Bresson-Ausstellung in Berlin, die ich nächste Woche besuchen werde, unerwartet zu einer Art Nachruf geworden.

Zum Tod von Henri Cartier-Bresson:

Bilder und Portraits:

Und Ralph nimmt HCBs Tod zum Anlass, einmal über Bilder und Betrachten nachzudenken: »Die große Zeit der Reportagefotografie begann, als es noch lange nicht die heutige Sättigung mit Bildern und ‘Fotostrecken’ gab – die lieblos ‘zusammengehauen’ werden, klischeebehaftet und uniform, als müßte die unerträgliche Komplexität der Welt durch Einebnung von Bildern (und Worten) kompensiert werden [...] . Eine Sättigung, die sich durch die Digitalisierung zu potenzieren scheint. Mit der Folge, dass wir uns Fotografien, die mehr sind als Fotos, gar nicht mehr anschauen, sondern nur noch durchklicken; in Geschwindigkeiten, über die Log-Dateien Auskunft geben.«

Und noch bis zum 15.8.2004: Henri Cartier-Bresson – Retrospektive im Martin-Gropius-Bau in Berlin.

Item Nº 1878

Messenger - Auf dem Weg zum Merkur

Gestern hat sich die Raumsonde ‘Messenger’ auf den langen einsamen Weg Richtung Merkur gemacht. Eine besondere Rolle spielt auf dieser Mission die Zahl Sieben, wie der FR aufgefallen ist: »In sieben Jahren wird Messenger mit seinen sieben verschiedenen Paketen voller wissenschaftlicher Messinstrumente in der Umlaufbahn des Merkur ankommen, nachdem er sieben Mal Schwung geholt hat in planetarischen Schwerkraftfeldern.« Alle Fragen, die man zu dieser langwierigen Mission haben könnte, werden auf der Website zur Mission beantwortet. Sehr kühl ist der Bastelbogen für ein Messenger-Modell, den man sich dort als PDF downloaden kann, die ideale Beschäftigung für einen langweiligen Bürotag im Sommer.

Weitere Informationen zum Merkur, der nach der für den Handel, die Reisenden und die Diebe zuständigen römischen Gottheit getauft wurde, findet man auf wappswelt.de, einen Haufen Zahlen auf astronomie-seite.de, und natürlich bei der NASA. Besucht man ebendort die Seite für Kiddies, so kann man z.B. ermitteln dass ich auf dem Merkur nur 29 kg wiegen würde …

Item Nº 1877

Venedig bei Nacht - Ronald Hurwitz

Eine Bildergalerie von Ronald Hurwitz: »Venice By Night.« Sehenswert sind auch die im Web verfügbaren Bilder aus Hurwitz’ Buch »The Gryphons of Paris«, und davon dieses Bild, »Nue assise devant la fenêtre«. Man achte auf das gesamte Bild.

(Via MetaFilter)

Item Nº 1876

iPod in der Socke, oder: Der Ruck!

Simon Willison war groß einkaufen. Bei Apple, einen iPod und weitere Spielzeuge mit Apfel drauf. Aber keine iPod-Tasche: »Another iPod trick for the thrifty: if 20+ dollars seems too much for a case, a sock makes an excellent low budget alternative.« Zunächst dachte ich, was das für ein Sakrileg sei, den edlen iPod in eine alte weiße Tennissocke zu packen. Aber dann erfasste der Ruck, der durch Deutschland geht und den Kindern Arbeitsloser die Sparbücher klaut, auch mich. Ich überwand meine Vorurteile, dachte weiter, über das Offensichtliche – wie die Tennissocke – hinaus, und hatte die Vision eines neuen Geschäftsmodells, klein, schlagkräftig, effektiv, wie das heute einfach so sein muß, in diesen schönen neuen glorreichen Zeiten, wenn einem der Ruck gepackt hat. Äh ja, die Idee:

Die von mir hochgeschätzten und aufrichtig verehrten fleißigen Strickbloggerinnen stricken iPod-Hüllen mit Blog-Symbolen statt des siebten Pullovers für ihre Lieben, und ich verkaufe sie, über die Prozente werden wir uns schon einig. Ist das nicht genial? Statt in Socken oder überteuerten Apple-Plastikhüllen stecken die iPods in exklusiven Unikaten, liebevoll handgearbeitet, entstanden und materialisiert aus dem Virtuellen, um das zu schützen, was das physisch Tönerne wieder ins Virtuelle befördert. Ich finde das grandios!

Hans-Olaf Henkel hat schon angerufen, Horst Köhler auch, und auch Guido Westerwelle war begeistert. Wolfgang Clement wollte gleich ein weiteres Plakat für die Agenda 2010-Reihe drucken. Nur Friedrich Merz, der fragte, was denn ein iPod sei …

Item Nº 1870

Meisterhafte Katzenbilder

Das erste Katzenbild in der Geschichte des Netzbuchs! Daran haben viele Weblogger sicher eine besondere Freude: »tiddles.co.uk – tim’s badly drawn cat web site.« Eine üppige Sammlung meisterhaft gezeichneter Katzenbilder, das da oben, welches ich als Deko für diesen Beitrag “ausgeliehen” habe, ist in meinen Augen ein besonderes Meisterwerk.
Und Nein, ich zeichne jetzt keine Katze!

(Via MetaFilter)

Item Nº 1868

Die drei frustrierenden Pixel des IE

Als ich weiland versuchte, das gerade aktuelle Netzbuch-Design “fließend” zu gestalten, was die Breite des Textbereichs angeht, stolperte ich über die mysteriösen 3 Pixel Abstand, die das “Werkzeug des Teufels”, der MS Internet Explorer, verabreicht, wenn man mit “floats” arbeitet. Nach einem Tobsuchtsanfall, Verwünschungen in Richtung Redmond und in Richtung aller, die diesen Drecksbrowser benutzen (ewige Verdammnis in Form unsicherer Inhalte soll Eure Rechner heimsuchen! ;-)), hatte ich keinen Bock mehr und machte es “fest”. SimpleBits hat eine Lösung entdeckt: The IE Three Pixel Text-Jog. Ist eine wahrhaft üble Hackerei, ein Bug wird benutzt um einen anderen zu killen. Ich bin kein Freund dieser obskuren Hacks, aber dieser wäre bei Bedarf einen Versuch wert, darum ist er jetzt hier notiert!

Item Nº 1866

Steve ist krank!

Apple-Chef Steve Jobs ist an Krebs erkrankt und bekam am Wochenende einen Tumor entfernt, metamac zitiert aus einer Mail an die Mitarbeiter von Apple: »I have some personal news that I need to share with you, and I wanted you to hear it directly from me.
This weekend I underwent a successful surgery to remove a cancerous tumor from my pancreas. [...] PS: I’m sending this from my hospital bed using my 17-inch PowerBook and an Airport Express.«
Gute Besserung, Steve!

Item Nº 1865

Von Venuswave und Wahrheitssalbei

Die “taz zwei” stellt im Selbstversuch bewusstseinserweiternde Mittel vor, die nicht mit Handschellen im grün-weißen Auto enden: Nur für begabte Stoffwechsler: »’Es entsteht einfach ein superangenehmes Gefühl, und man ist viel offener gegenüber anderen Menschen’, sagt eine Frau, die am liebsten Venuswave trinkt. Es enthält die Pflanze Damiana, der unter anderem eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. Laut Pflanzenkundebuch befreit sie die Atmung und durchblutet den Unterleib.« Na denn! ;-)

Item Nº 1864

They never come back

Die alte Boxer-Weisheit, dass sie niemals wieder kommen, hat sich wieder einmal bewahrheitet. Mike Tyson, die “Mischung aus Heidi und Godzilla”, wie sein Ex-Trainer ihn einmal bezeichnete, wurde bei seinem Comeback in der vierten Runde von einem unbekannten Briten namens Danny Williams, der bereits gegen Gegner wie den fülligen Hamburger Sinan Samil Sam verloren hat, mit einer Serie von 27 Schlägen in den Ringstaub geschickt. Ist schon ein trauriger Anblick, wenn der Mann, der einmal der größte Champion seiner Zeit war, wie ein Häufchen Elend im Ringstaub hockt.

Zum Nachlesen:

Item Nº 1863

Gigantentreffen: iPod 3G 20GB trifft iPod 4G 40GB

Am Wochenende begab es sich, dass ein iPod 3G 20GB (links im Bild) auf einen neuen iPod 4G 40 GB traf. Die Kamera war Zeuge, als der allzeit neugierige Netzbuch-Schreiber den neuen iPod unter die Lupe nahm.

Als erstes fällt der Unterschied in den Bedienelementen ins Auge und ins Fingerchen. Die eleganten Sensortasten des iPods der 3.Generation (3G), deren Bedienung mit einem zarten Fingertipp ohne jegliche Mechanik wirklich sehr elegant ist, wird in der 4. Generation (4G) abgelöst durch das neue glorreiche “Click Wheel”. Offensichtlich hält Apple seine Kundschaft für in haptischen Dingen unbegabte Grobmotoriker, die mit Sensortasten nicht zurecht kommen. Die Mechanik mit einem deutlichen Druckpunkt des Klickrädchen fühlt sich sehr “gewöhnlich” an, in meinen Augen ein klarer Rückschritt.

Ganz übel: Auf dem Bild oben sieht man auf dem iPod 4G (rechts im Bild) deutliche Klebstoffspuren. Diese darf man, gemäß Apples Anleitung, durch Rumfuhrwerken mit Klebeband auf dem Display entfernen. Das ist lachhaft und einem Gerät dieser Preisklasse absolut unwürdig. Nimmt man noch dazu, dass die schöne Detailliebe des 3G, wie bspw. die kleine Plastikabdeckung des Dockports, in der 4. Generation ebenso weggefallen ist wie der Stoffbeutel, die Schutztasche und die Fernbedienung, so ist offensichtlich dass die Preissenkung der neuen Generation mit deutlichen Abstrichen bei der Qualität erkauft wurde. Das zweite Bild zeigt die iPods im Halbdunkel mit eingeschalteter Beleuchtung, auch hier wirkt der 4G (rechts im Bild) deutlich “unedler” als sein Vorgänger mit seinen sehr kühlen beleuchteten Sensortasten.

Aber Optik ist nicht alles, Hauptsache sind ja die “inneren Werte”. Ein Probehören ergab bei “normal” produzierten Stücken keinen hörbaren Unterschied, ältere “Garagenproduktionen” klingen (ohne Equalizer, versteht sich) subjektiv ein wenig “druckvoller”. Bei größeren Sammlungen (mit fast 39 Lenzen hat man halt schon ein bißchen Musik angesammelt) kommt es nicht mehr zu den beim 3G sporadisch auftretenden “Gedenksekunden” beim Wühlen in der Sammlung, da macht sich wohl das neue “Innenleben” des 4G bezahlt. Das letzte Bild zeigt die beiden Geräte von unten, der 4G mit 40 Gig (rechts) ist deutlich dicker als der 3G mit 20 GB, wobei der 4G 20GB 4 Millimeter dünner ist.

Fazit: Der Eindruck vom 4G ist zwiespältig, die Qualität der Verarbeitung (Klebstoffreste!) und das neue “Click Wheel” (ein enttäuschender Rückschritt, einfach “uncool”) wirken “gewöhnlicher” im Vergleich zur Detailliebe und den Sensortasten des 3G. Der erste Eindruck von Klang und Software des 4G überzeugen dagegen. Für den Besitzer eines 3G gibt es aber keinen Grund zum “Upgrade”.