das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - May 2006

Item Nº 2555

Bunter Abend in Karlsruhe

Farbiger Web-Montag Der erste Web-Montag in Karlsruhe war ein ziemlich bunter Abend. Er begann schon recht bunt, da in der ausgeguckten Lokation »Stadtmitte« niemand etwas von Web-Montag wusste, aber die Leute dort bemühten sich und stellten uns die Tanzfläche zur Verfügung. Das war zwar mitten im Lokal, aber immerhin konnte, nachdem einige Teilnehmer noch einen Beamer organisierten, das Programm wie geplant über die Bühne, äh, die Tanzfläche, gehen.

Bunt ging es weiter, unverhofft kam ich zu der Ehre, den Moderator des Web-Montags zu geben. ;-) Und so durfte ich Vorträge von Andreas Zwinkau zu Turbo Gears, von Sebastian Wagner zu Open Laszlo, erneut ein Vortrag zu qooxdo, dieses Mal von Andreas Ecker und schließlich ein Vortrag von Hanno Böck mit dem schönen Titel »Web 2.0 – A Security Nightmare?« ansagen und -hören.
Nach den anfänglichen Schwierigkeiten klappte alles sehr gut, die Referenten hielten sich an den Zeitplan, der Beamer beamte zuverlässig. Einziges Problem war die langsam anschwellende Lautstärke im Lokal, die nach den Vorträgen pünktlich zur »Networking-Kuschel-Phase« zu einem Crescendo in Form eines quizzenden DJ anschwoll.

Fazit: Trotz aller Probleme ein gelungener Web-Montag-Auftakt in Karlsruhe. Der nächste ist für Juli geplant, dann in etwas ruhigeren Räumlichkeiten (evtl. wieder in der »Stadtmitte«), vielleicht etwas weniger bunt und etwas heller. ;-)

Dunkler Web-Montag

Item Nº 2554

Microsoft möchte »kooperierende Redaktionen«

Eine gute Story hat das CIO-Weblog, denn ausgerechnet die Computerbild erklärt in einer Pressemeldung, dass sie, im Gegensatz zur c’t, auf das Hinzufügen einer Heft-CD mit der Beta von MS Office 2007 verzichten wolle, da Microsoft einen Vertrag mit, sagen wir, besonderen Bedingungen als Gegenleistung dafür erwarte (Zitat):

»Ein Kernpunkt der ‘Vertriebsvereinbarung’: Die Verlage stellen Microsoft einen Entwurf der geplanten Artikel zur ‘Prüfung und Stellungnahme’ zur Verfügung. Die Redaktionen sollen dann bei der Einbeziehung der empfohlenen Änderungen ‘kooperieren’. Damit sollen etwa ‘Inkorrektheiten in bezug auf die Produkte’ und eine ‘Herabsetzung von Microsoft und/oder jeglichen Produkten’ vermieden werden. Außerdem gibt Microsoft in einer ‘Anleitung für Verlage zu genehmigten Inhalten’ einige Textpassagen für die Heftveröffentlichung vor.
Der Vertrag regelt auch die Inhalte der Heft-CDs/-DVDs, auf denen ‘Microsoft Office 2007’ vertrieben wird. So sind etwa sogenannte ‘Open-Source-Produkte’ auf solchen Datenträgern verboten. Namentlich wird das kostenlose Büroprogramm ‘Open Office’ genannt. Zwar will Microsoft zusätzliche Programme ‘nicht vorschreiben’, behält sich aber das Recht vor, ‘zusätzliche Inhalte zu genehmigen’. Dazu soll eine Vorabkopie der Heft-CDs/-DVDs zur Prüfung an Microsoft geschickt werden.«

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage: Hat die c’t den Vertrag unterschrieben, lässt ihre redaktionellen Berichte von Microsoft gegenlesen und »kooperiert« anschließend? In diesem Zusammenhang würde auch die völlig groteske Überschrift der kommenden c’t »Microsoft erfindet den Desktop neu« erklärlicher…

[Update:] c’t-Chefredakteur Christian Persson nimmt dazu Stellung

Item Nº 2553

Einsatz an drei Orten

Morgen (Montag, den 29. Mai 2006) ist es wieder soweit: An drei Orten der Republik wird der Montag zum Web-Montag. Zum vierten Male bereits in der verbotenen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofskirche, und als Premiere in Stuttgart und in Karlsruhe. Bei letzterer Veranstaltung werde ich auch dabei sein.

Auch als »Web-Montags-Routinier« bin ich auf diese Premiere in der Perle des Badner Landes ;-) gespannt. Vielleicht wird »ein Elefant reinlaufen und Kunststücke auf einem Powerbook machen« (Zitat von der Wikiseite zum Dredner Webmontag). Bei allem Amüsement über Martins Bonmot zeigt das doch sehr exemplarisch, dass der Web-Montag stets ein »Clash Of Cultures« im Mikroformat ist. Hier die Web-2.0-Aktiven, die wissen, dass, wenn man nix los macht, auch nix los ist, und auf der anderen Seite jene, die unter Konferenz verstehen: Hingehen, Schnittchen essen, Hinsetzen, Vorträge hören, Langweilen, Motzen. Web-Montag ist immer das, was man draus macht.

Item Nº 2552

Wohlstrukturierter Markup-Baum

Sehr hübsch: Mit diesem Java-Applet kann man sich den HTML-DOM-Baum eines Dokuments als hübsche Grafik ausgeben lassen und dann ob der wohlgeratenen Struktur in Verzückung oder ob des chaotischen Gewächses in Entsetzen fallen, wie man will (gefunden bei andI und Martin).

Und damit hätten wir dem Web-Spielzeug-Blog-Herdentrieb mal wieder genüge getan. ;-)

Item Nº 2551

Ein »adretter Erpel«

The Drake has arrived!

Das hat geklappt, der »adrette Erpel« (»Dapper Drake«) ist gelandet.
Von einer Nervtöterei, nämlich dumme Fragen während des Upgrades, die das Upgrade anhalten, und einem Fehler mit einer Kette von Warnhinweisen wg. nicht mehr gefundener Symbole, ist alles sehr, wie man neudeutsch sagt, smooth gelaufen. Neuerdings ist übrigens Epiphany der Standard-Webbrowser des Gnome-Desktops. Das kann man zwar abstellen, der Firefox-Fan an sich wird davon jedoch wenig erbaut sein, wo er doch gerade vorher ob der Tatsache, dass auf Ubuntu Drapper nun Firefox 1.5.0.3 seinen Dienst tut, sicherlich doch erbaut war. So ist das Leben, man ist mal erbaut und mal nicht erbaut, so ein dist-upgrade ist halt doch eine Gratis-Opel-Fahrt durch die hügeligen Landschaften des (Linux-)Lebens. ;-)

Ebenfalls wenig erbaulich: Amarok ist nur 1.3.9, und mein selbst kompilierter 1.4 ist »verschwunden«, da muss noch einmal der Compiler angeworfen werden.

Sehr erbaulich: Das neue zackige schnelle Gnome 2.14, und darin das wirklich unfassbar zackig und schnell gewordene Gnome-Terminal. Macht mal ein »Rennen« mit xterm mit einer üppigen Ausgabe, z.B. dpkg -l, das ist ein Unterschied.

Item Nº 2550

Goodbye Breezy, Hello Dapper!

Heute wurde der Release-Candidate für Ubuntu »Dapper Drake« veröffentlicht, in dem aktuelle Breezy-Anwender explizit zum Test ermuntert werden. Dieser Aufforderung zum Tanz der Pakete komme ich gerne nach, natürlich nicht ohne vorher, ganz Weichei, vom aktuellen System ein Image zu ziehen und die Konfigurationsdateien meines Home-Verzeichnisses zu sichern, man weiß ja nie! ;-)

Das Upgrade ist heutzutage wirklich einfach geworden, man startet den aktuellen update-manager von Ubuntu mit dem Switch -d, wartet ein wenig und, simsalabim, erfreut ein neues System das Ubuntu-User-Gemüt. Diese Prozedur ist im Ubuntu-Wiki noch etwas ausführlicher beschrieben. Nun glüht die DSL-Leitung und die Redaktion wartet gespannt auf das Ergebnis!

In der Zwischenzeit kann man ein weiteres Interview mit Mark Shuttleworth lesen und sich bereits, wie schon auf dem Linuxtag verkündet, auf die übernächste Version freuen:

»Dapper Drake, das jetzt anstehende Release, wird äußerst stabil und zuverlässig sein und damit sehr geeignet für den Produktiveinsatz. Ich bin die treibende Kraft dahinter. Ich habe die Richtung vorgegeben. Und jetzt, beim Folge-Release Edgy Eft, sagen wir den Entwicklern: Nun seid ihr dran, Jungs! Jetzt bestimmt Ihr, was passiert. Danach übernehme ich wieder und gebe die Zielrichtung einer nächsten Unternehmens-Version vor.
Entwickler können viel besser große Sprünge machen als ich. Darum lassen wir das Pendel bei Edgy Eft in Richtung mehr Risiko und weniger Stabilität schwingen. Dieses kommende Release, das für November geplant ist, wird gewagt sein. Es wird eine Vielzahl neuer Features enthalten, nicht 110 Prozent ausgereift sein, und es wird dafür auch keine fünf Jahre Support wie für Dapper Drake geben. Ein solches Ubuntu kann ich nur machen, wenn ich den Entwicklern freies Spiel lasse und sage: ‘Habt Spaß!’«

Item Nº 2549

Damals hinter'm Mond...

Es ist manchmal wirklich lustig. Kommen doch Referrer ohne Ende auf diesen Artikel aus dem Oktober 2002 über die mittlerweile längst explodierte Sonne- (die vier Jahre sind schließlich rum), die schon beizeiten als Hoax belegt wurde aus allerlei obskuren Foren, hier, hier oder hier. Das ist Web 0.95 live!

Item Nº 2548

»Sometimes the silence can be like the thunder«

Ich weiß, ich weiß, der Sommerhit der Blogossphäre ist »Opel-Gang«.

Aber denkt nicht über so einen Tinnef nach. Der heutige Tag, der 65. Geburtstag von Bob Dylan, einem der vielseitigsten, mysteriösten, zeitlosesten und größten Musikern unserer Zeit, musste natürlich damit begangen werden, dass den ganzen Tag nur Musik von Dylan gehört wurde. Old-Fart-Musik, klar.

Aber Dylan klingt nicht alt wie die Alten im Radio, die grauenhaften aus den 70ern, 80ern und 90ern und das Schlimmste von heute. Dylan kann man immer wieder neu entdecken. Lieder, die 40 Jahre auf dem Buckel, haben klingen wie neu. Ein faszinierender und rätselhafter Bursche mit einem unerschöpflichen Ozean voller Musik und Poesie.

Ausklingen wird der Dylan-Tag mit »No Direction Home«, um 23:15 Uhr im WDR. Sicherheitshalber mal ‘ne Videokassette mitlaufen lassen, denn ob ich bis 2:40 Uhr durchhalte, erscheint mir zweifelhaft.

Lesenswert:

Gehört haben muss man

Und die Überschrift ist ein Zitat aus »Love Sick«.

Item Nº 2547

Irgendwie eklig...

... dass nun, da die Fußball-WM ansteht, Kreti und Pleti anfangen, sich für Fußball zu interessieren. Schlimmer: meinen, Ahnung vom Fußball zu haben. Noch schlimmer 2.0, anfangen drüber zu bloggen (nur exemplarisch gemeint, gefunden bei Dieter). ;-)

Ich bin ja ein Anhänger der radikalen Linie: Nur, wer in dieser Saison (mindestens) ein Spiel der (mindestens) Zweiten Bundesliga bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in einem unüberdachten Stehplatzblock gesehen hat, hat das Recht, öffentlich (und überhaupt!) über Fußball zu sprechen. Der Rest möge schweigen!

Und sowieso, Gedöns-Geblogge über Fußball widerspricht dem famosen Rehhagel-Axiom (nein, nicht »Ich schätze es, wenn Fußballer verheiratet sind; denn die eigene Frau ist das beste Trainingslager«), das da sagt: »Die Wahrheit liegt auf dem Platz!« Und nur da. Otto, Du bist ein Philosoph. Und Du kennst anscheinend die BloggerInnen.

Und so möge dann auch in diesen, alle vier Jahre wiederkehrenden Zeiten, in denen sich die besten Jungmillionäre in kurzen Hosen zum Kicken treffen, um festzustellen, welche 11 von ihnen die besten seien, nur der/die seine/ihre Stimme zum schönen Spiel mit dem runden Leder erheben, der/die guten Gewissens von sich sagen kann:
Mein Freund ist aus Leder.

Item Nº 2546

Gamma!

Na, Netzwanderer, der Du Dich in Deinen etablierten Mechanismen der alltäglichen Prokrastination hier hin verirrt hast, auch einen Schock bekommen, als Du flickr aufgerufen hast? Plötzlich ist alles anders, die Sets sind rechts, das stellt unsere Fähigeit zur Anpassung an neue Situationen auf eine harte Probe.

Und, flickr ist jetzt gamma, nicht mehr beta. Ich bin gespannt, ob das Spielchen nun bis omega getrieben wird. Web 2.0 war beta, Web 2.1 ist gamma. Das wird bestimmt ein neuer Trend 2.0!

Item Nº 2545

... und ich dachte nur: Gericom

Ich sah das schwarze MacBook und mein erster Gedanke war: Gericom. Meine Herren, sehen Apple-Notebooks neuerdings billig aus. Nur das weiße geht, aber Grafikkarte mit shared-memory und Gary-Glitter-Schirm. Oh oh oh…

Item Nº 2544

Der Mythos der »Roten Box«

Seit der Boot-Camp-Vorstellung kann man Spekulationen lesen, Apple würde ins nächste OS X eine »Red Box« einbauen, die das Starten von Windows-Programmen (à la Classic) unter OS X erlauben würde, so in der Art von Wine. Schöner und detaillierter als ich es je könnte, führt Daniel Eran aus, warum derartige Vorstellungen von einer gewissen technischen Naivität gespeist und daher eher unwahrscheinlich sind: »Unraveling the Red Box Myth«:

»Which raises a question for the second leap of logic: why? Why would Apple have an interest, desire, or profit motive to sideline its existing business, and developments already in progress, to devote a massive investment in maintaining a secondary version of the Windows platform, entirely dependent on the whim of Microsoft? [...] No, Cringely and an army of wishful thinkers demand that Apple spend up its limited resources making Mac OS X run a limited selection of Windows applications in a strange compatibility box, where they look and feel neither exactly like Windows nor native to Mac OS X. How ridiculous! The ideas behind the Red Box Myth are so patently absurd that anyone who refers to it as the logical next step for Apple deserves to have their credibility seriously called into question.«

Für jede(n) mit Interesse am immerwährenden Betriebssystemzirkus aus der Perspektive eines angebissenen Stück Obstes gilt: Lesebefehl!

Item Nº 2543

Auswärtssieg!

Nun endete also die Bundesliga-Saison und das allsommerliche Reich der samstäglichen Finsternis hat das Regiment übernommen.
Zum Abschluss holte die Borussia aus Gladbach den zweiten Auswärtssieg der Saison (siehe Torfabrik und Seitenwahl), was die Auswärtsbilanz seit dem Wiederaufstieg 2001 auf die Bilanz von 9 Siegen, 26 Unentschieden und 50 Niederlagen in 85 Auswärtsspielen »verbessert«.

Immerhin, wir stehen auf Platz 10 und hatten mit dem Abstieg nichts zu tun. Andererseits wurde die Chance auf den UEFA-Cup im Schneckenrennen der am wenigsten schlechten Mannschaften geradezu fahrlässig verschenkt. Daher wage ich die Prognose, das in der nächsten Saison ein anderer Übungsleiter die Profis der Borussia über die Trainingsplätze des Gladbacher Nordparks scheuchen wird.

In der ewigen Tabelle der Bundesliga haben wir den 1.FC Köln überholt, der »leider« absteigen muss, und können uns in der nächsten Saison den 1.FC Kaiserslautern vorknöpfen, der »leider« auch absteigen muss, und auf Platz 5 springen. Überhaupt, was diese beiden Absteiger angeht: Gute Wahl, oh weise Fußballgötter.

Und Meister? Wer ist noch mal Meister? Gab’s einen? ;-)

Aber die Saison ist ja noch nicht vorbei! Heute nachmittag geht es mit The Girl ins Karlsruher Wildparkstadion, wo wir versuchen werden, mit vereinten Kräften ein Wunder zu bewirken.

Mein Freund ist aus Leder.

Item Nº 2542

»We must stare into a crystal ball and only see the past«

Wenn die Kulturen zusammenprallen und ein (oder mehrere) Blogger dabei ist (sind), darf man auf das Ergebnis gespannt sein, und im Falle von »next10years« wurde man nicht enttäuscht, darum gehet hin und leset in Telepolis »Nach der Party ist vor dem Boom – oder doch dem Kater?« von Multiblogger Oliver Gassner, der das komplexe Problem des unterschiedlichen Verständnis von Web 2.0 in zwei Sätzen erläutert:

»Es ist ein ‘Clash of Cultures’, Netizens und Business versuchen sich mit einer Art rudimentären Lingua Franca auszutauschen, aber während die einen immer nur nach dem Geschäftsmodell fragen und der Skalierbarkeit, reden die anderen von Nischenthemen, von Citizen Media, von Storytelling und [...] davon, dass die neuen Dienste den Menschen das wiedergeben, was ihnen die Fließbänder genommen haben: eine Kommunikationsgemeinschaft, die nicht nur aus Konsumenten besteht sondern Gespräch und Reaktion ermöglicht. Das Internet sieht nur aus wie ein Netz aus Computern. Es ist ein Netz aus Menschen. Es sieht nur so aus, als sei es aus Geld und Technik gemacht. Es besteht aus den Gesprächen von Einzelnen, die sich zusammenfinden. Web 2.0 sieht nur so aus wie einen neue Technik mit neuen Geschäftsmodellen. Es will aber eigentlich eine alte und neue Denkweise sein, das Web vor dem Kommerz und das Web mit einem menschlicheren Kommerz. Daher die Sprachprobleme der einen mit den anderen.«

Was sonst noch so von dieser Festivität berichtet wurde, haben »Social Software @ BaWü« und »Telagon Sichelputzer« sehr schön zusammengestellt. Und die vom wirren Herrn ix erwähnte Gitarren-Performance von Spreeblick-Johnny kann man sich hier anhören. Womit dann auch der letzte Kulturbanause hoffentlich endlich weiss, woher die Tagline »I live by the river« eigentlich stammt. ;-)

»I’m happy just because
I found out I am really no one«
Bright Eyes – At the bottom of everything (auch die Überschrift)

Item Nº 2541

»Delivering on the Promise of Free Software«

Marc Shuttleworth Andrang
Der Auftritt von Mark Shuttleworth, dem, wie er selbst sagte, »Chief Dreamer« des Ubuntu-Projektes war von einem enormen Andrang begleitet, der Raum platzte aus allen Nähten, die Kameras surrten und blitzten um die Wette. Der »Chief Dreamer« erwies sich als großer Kommunikator und verstand es, durch seine sehr sympathische Art das Publikum für sich einzunehmen. Wie die verehrte Zielgruppe vielleicht mitbekommen hat, gab es einige Unstimmigkeiten mit Kubuntu, die in einer sogenannten »Protestwoche« gipfelten. Heute gab es von Mark ein deutliches Bekenntnis zu Kubuntu (und auch zu Xubuntu), das darin gipfelte, dass er sein Hemd öffnete und ein KDE-T-Shirt zum Vorschein kam. ;-)
Ansonsten gab es die Info, dass am 1. Juni erwartungsgemäß die nächste Ubuntu-Version erscheinen wird, und zeitgleich auch Kubuntu und Xubuntu als offizielle Releases. Und es wird eine offizielle Server-Version geben, mit fünf Jahren garantiertem Support. Und allerlei neue Tools für die Open-Source-Community.

Aber darum ging es eigentlich nicht. Für das Publikum ging es vor allem darum, den Mann anzuschauen, der die Idee hatte, Debian-Pakete zu nehmen und mit Hilfe einer ständig wachsenden Community die führende und modernste Linux-Desktop-Distribution zu entwickeln. Und Mark gab sich alle Mühe, seine Vision herüber zu bringen:

»Free Software enables a different economic paradigm. Embrace it. [Und:] The Free Software Desktop is ready for widespread adoption and deployment.«

Fazit: Ein toller, mitreißender Vortrag, für mich der Höhepunkt des LinuxTags. Man darf von Ubuntu und Mark Shuttleworth noch viele spannende Dinge erwarten. Und wenn es nur die Änderung im »Ton« ist. In den einschlägigen Linux-Foren und sonstigen Orten verschwindet langsam das typische, von einem Studenten mit Uni-Account auf Staatskosten zigfach in die Linux-Newsgroups gerotzte »RTFM, Trottel« als Standardantwort auf alle Fragen. Alleine das wäre schon ein großer historischer Verdienst von Ubuntu. ;-)

Feierabend 1

Nun ist er also herum, der LinuxTag, Zeit für ein Fazit. Das offizielle Fazit des ersten LinuxTag in Wiesbaden sagt: 9.000 Besucher. Etwa 3.000 weniger als im Vorjahr in Karlsruhe (lt. Pro-Linux). Mein Eindruck war, es gab mehr Community als Big-Business, die großen Protz-Stände mit zweifelhaften Features fehlten. Was man nicht vermissen muss. Statt dessen gab es Anregungen zu Linux-Geek- und Netzkultur-Themen, die eine nähere Beschäftigung lohnen. Alles in allem hat es mir gefallen. LinuxTag in Wiesbaden ist anders als in Karlsruhe, aber es kann etwas draus werden…

Item Nº 2540

LinuxTag - Zwischen Kommandozeilen, Friedrich Nietzsche und dem Mann der im Weltraum war

Bunt Entgegen meiner eigenen Skepsis hat sich das Vortragsprogramm doch noch als anregend interessant heraus gestellt. So ein Vortrag auf dem LinuxTag (oder anderen Veranstaltungen dieser Art) soll ja, wie ein guter Zeitschriftenartikel, kein erschöpfendes Detailwissen liefern, sondern als Appetitanreger dienen, sich mit Dingen, die man im Prinzip schon länger kennt, mal wieder oder erstmals genauer zu befassen.

Diesen Anspruch erfüllte exaktement die als »Guckes’ Großer Kommandozeilenmarathon« angekündigte Veranstaltung von Sven Guckes. Sven ist ein bekennender »Kommandozeilenfetischist« und brachte in einem Rundgang durch sein Setup viele Tipps für Programme wie mutt, vim, screen oder elinks rüber. Daneben versteht sich der gute Sven auch als »Community-Antreiber«, immer wieder forderte er das Publikum auf, nicht nur zu zu hören, sondern selbst aktiv zu werden. So gab es noch Kurzvorträge in der Art der Lightning Talks zu verschiedenen Themen von Projekten, die sich auf dem LinuxTag herum treiben. Eines davon muss ich hier einfach erwähnen: Race Against Root.

Philosophisch startete dann der vierte und letzte Tag des LinuxTag, der Samstag, in das Programm. Dr. Miriam Ommeln erzählte etwas über »Die Relevanz F. Nietzsches für die Open-Source-Bewegung«. Dabei stellte sie die These auf, Friedrich Nietzsche wäre der Philosoph des Netzes und der Open-Source-Bewegung. Ist er das? Ist das mal jemandem aufgefallen? Mir eigentlich nicht. Zu dem Thema später noch einmal mehr, darüber muss ich erst mal in Ruhe nachdenken.

Meike Richter erzählte danach etwas über FAIR CODE Free/Open Source Software and the Digital Divide. Den Vortrag hatte ich beim 22C3 verpasst, schön dass er hier wiederholt wurde, auf Meikes Website FAIR CODE gibt es reichlich Material dazu.

Und dann kam Mark Shuttleworth und hielt eine großartige Rede. Bilder und mehr dazu ebenfalls später, wenn ich Kabel und Zeit habe.

Was hat sich sonst noch so ereignet? Gestern war Brigitte Zypries da, Sven wollte die Gelegenheit nutzen, mit ihr ein wenig über Softwarepatente zu plaudern, aber unsere verehrte Bundesjustizministerin präsentierte sich wenig diskussionsfreudig. ;-)

Freitag abend gab es eine Community-Party. Diese fiel aber zu der glorreichen Party der KaLUG in Karlsruhe letztes Jahr deutlich ab, da muss die lokale Szene nachlegen.

Nun aber geht es in den LinuxTag-Endspurt!

Item Nº 2539

Vorträge, Vorträge, Vorträge!

Und noch stets steht der LinuxTag-Besucher als solcher im Mahlstrom der Worte, Bilder, Menschen und Eindrücke und versucht, alles zu ordnen und zu verarbeiten.

Übrigens, die Veranstaltung rund um Creative Commons und die Filmvorführung war sehr gelungen. Markus hielt eine kurze Einführung in die CC, und danach gab es eine Reihe von interessanten und/oder amüsanten Kurzfilmen. Das Thema, CC und FilmCommons, hat mich, wie man so schön sagt, »gepackt«, darauf werden wir nach dem LinuxTag noch einmal ausführlicher zurück kommen.

Heute gab es (Überraschung! ;-)) auch Vorträge. Den Auftakt meines Programms machten Tobias Hauser und Christian Wenz mit dem Thema »Open Source AJAX«. Zum Auftakt gab es müde Witzchen über das Wort Ajax, also von wegen Putzmittel, Fußballklub etc. (das Übliche halt), und ich war vom zwanghaften Pausenclown-Gebaren des Referenten eigentlich schon nach fünf Minuten bedient, so etwas kann ich morgens überhaupt nicht vertragen. Aber die beiden bekamen noch die Kurve, obschon es für mich nichts Neues zu erfahren gab, war es letztendlich noch eine im Rahmen der verfügbaren Zeit gelungene Einführung in Ajax und die verfügbaren Frameworks.

Danach quetschte ich mich in den viel zu kleinen Workshop-Raum in den Keller, um Noèl Köthes Vortrag »Wie das Debian Projekt die Debian GNU/Linux Distribution entwickelt« zu lauschen. Noèl liess uns ein wenig hinter die Kulissen und Mechanismen des Debian-Projektes schauen. Interessant, auch für mich als langjährigen Debian-User gab es Neuigkeiten. Und, so ganz nebenbei erfuhr man, dass Debian Etch, die nächste Stable-Version, im Dezember 2006 erscheinen soll. Man hat, wie Noèl süffisant anmerkte, im Debian-Projekt aus den Erfahrungen des Releases von Sarge gelernt. Man darf gespannt sein!

Und es gibt noch mehr Vorträge, immer mehr Vorträge, mein armer kleiner Kopf schwirrt schon ob der vielen vielen Informationen. Gleich gibt es einen Kommandozeilen-Marathon, das wird etwas nach meinem Geschmack sein. ;-)

Item Nº 2538

LinuxTag am Haken

Am Haken Am dritten Tag ist Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Es ist schwierig zu beurteilen, aber es scheint mir, als wäre es dieses Jahr in Wiesbaden um einiges leerer als letztes Jahr in Karlsruhe.

Ein kleiner LinuxTag-Knigge:

Wenn Du diesen kleinen Knigge beherrschst, fällst Du auf dem LinuxTag gar nicht auf. ;-)

Item Nº 2537

LinuxTag 2006 - Tag 2

Geek-Stilleben Heute startete das Freie Vortragsprogramm auf dem LinuxTag, und entsprechend ist es heute auch deutlich voller als gestern.
Ich startete heute morgen mit dem Vortrag von Peter Prochaska zum Thema »Neue Trends im Webhacking«. Nach allerlei Gefrickel mit Bildschirmauflösungen wurden zwei relativ neue Gefahren vorgestellt: HTTP Response Splitting und Cross Site Request Forgery. Ich erspare mir große Texte, man folge den Links, wenn Ihr nach Wissen dazu dürstet. Für Insider in der Materie enthielt der Vortrag eher weniger Neuigkeiten, aber er war recht lebendig und flüssig vorgetragen.

Danach war Datenbank-Zeit. MySQL-Legende David Axmark musste leider absagen, damit fiel der angekündigte traditionelle »State of MySQL«-Talk leider aus. Kai Vogt sprang ein und erzählte etwas über MySQL-Cluster und was in den nächsten Versionen dazu zu erwarten sein wird. Ein informativer Talk, zumindest wenn man sich für die Materie interessiert, zumal er sicher kurzfristig erst vorbereitet wurde.

Bernd Helmle referierte im Anschluss über PostgreSQL. Dieser Vortrag war aber für Datawarehouse-Freaks von Datawarehouse-Freaks. Da ich so etwas eher nicht bin, hatte der, wie man fairerweise sagen muss, sehr fachkundig vorgetragene Talk für mich gewisse Längen. ;-)

Und sonst? Es gibt Geek-Radio vom LinuxTag bei Radio Tux, ich kam aber noch nicht dazu, da rein zu hören, was beim Besuch von Vorträgen auch naturgemäß schwierig ist. Dem Vortragsprogramm aus Raum 7 kann man via Internet live folgen. Auch hier gilt das zu Radio Tux gesagte.

Mal schauen, was wir heute noch anschauen. Nächster fixer Termin sind die »FilmCommons« um 16:00 Uhr. Meike Richter, Karsten Gerloff und Netzpolitik-Blogger Markus Beckedahl (der natürlich auch eine Ankündigung gebloggt hat) stellen Creative Commons und einige unter CC entstandene Filme vor. Das wird eine verdiente Entspannung nach dem harten Brot PostgreSQL werden. ;-)

Item Nº 2536

amaroK, die Killerapplikation

amaroK - Die Am ersten Tag des Linuxtags gab es einen gelungenen Vortrag von Sven Krohlas zu amarok. Darüber hat Sven natürlich auch schon gebloggt und seine Folien verlinkt. AmaroK ist ein unter KDE laufendes iTunes-artiges Musikplayer und -verwaltungsprogramm unter Linux. Ich benutze Gnome als Desktop-System unter Linux, und hatte die nativen Alternativen wie Rythmbox, Banshee oder Quod Libet alle einmal ausprobiert. Der KDE-Fremdling amaroK mit seinen geekigen Features wie dem automatischen Suchen von Lyrics oder dem Nachschlagen des Interpretens in der Wikipedia (ein Produkt der letztes Jahr auf dem LinuxTag verkündeten Zusammenarbeit von KDE und Wikipedia) hat es mir aber wirklich angetan und ist erste Wahl in Sachen Musik unter Linux. Es hat viele der Features, die ich auch an iTunes schätze plus einiger singulärer Gimmicks.

Und psst, ich weiß ja nicht, ob ich es verraten darf, aber hier gibt es eine spezielle Linuxtag-Vorab-Version von amaroK 1.4 (im Source-Code), die ich gerade gebacken habe und die auf dem Screenshot oben in Aktion zu sehen ist.

Item Nº 2535

Hallo vom LinuxTag

Rhein-Main-Halle Noch leer! Practical Linux Forum Kantine



Da sind wir also auf dem LinuxTag in Wiesbaden! Eine Rhein-Main-Halle als Baustelle begrüßt die Geeks und Krawattenmenschen aller Art zum LinuxTag. Am heutigen ersten Tag ist es noch nicht arg voll, denn die größte Attraktion, das Freie Vortragsprogramm, startet erst am morgigen Donnerstag. WLAN gibt es auch, standesgemäß wird gerade live gebloggt. Und, es sind die Zeiten 2.0, ein Flickr-Set angelegt, welches in den nächsten Tagen kontinuierlich gefüllt wird. Wer den optischen Eindruck aus der Ferne mit dem vom letzten Jahr vergleichen möchte, kann das mit dem Flickr-Set vom letzten Jahr tun.

Einem ersten Vortrag wurde auch schon gelauscht, und die ersten Linux-Community-Promis gesichtet! Watch out for more exclusive Premium-Content! ;-)

Item Nº 2534

Jugend von heute

Die Jugend von heute

Noch bis zum 25. Juni in der Frankfurter Schirn zu bewundern.

Item Nº 2533

Zwischenversion

Wenn der gar hübsch neu eingekleidete prägnante Gerrit auf meine Zwischenversion verweist, aktivieren wir diese in Demut ob der freundlichen Worte doch einfach mal wieder. Ist ja ganz einfach in TXP, das Switchen der Designs. Wir machen mal so und mal so, wie ein Blatt im Frühlingswind!

Item Nº 2532

LinuxTag 2006: Pinguine im Landeshauptdorf

Vor kurzem noch drüber problematisiert, nun ist es schon so weit: Morgen beginnt der LinuxTag 2006 in Wiesbaden.

Wie in den Jahren zuvor bin ich auch bei dieser Ausgabe, erstmals in unserem hessischen Landeshauptdorf Wiesbaden, dabei. Aber, so unter uns, der Blick ins Programm macht mir in diesem Jahr nicht unbedingt den Mund wässerig. Natürlich möchte ich mir den Vortrag von Mark Shuttleworth nicht entgehen lassen. Aber sonst? Anscheinend verliert sich die Linux-Realität im Jahre 2006 derart im Alltäglichen, dass allenthalben Partikularthemen zu sichten sind. Und: Nichts gegen einen Blick über den Tellerrand, aber bietet Linux derart wenig Stoff für Themen dass es zwei Riesenstrecken mit Vorträgen zu OpenBSD und Solaris geben muss? Ein wenig Fokussierung auf das Kernthema Linux würde dem ganzen Programm sehr gut tun, denn sonst kann man die Veranstaltung gleich »Linux und alles was irgendwie mit Unix, Web und Open Source zu tun hat-Tag« nennen.

Aber, genug im Vorfeld gemotzt, was es dort zu erleben und zu hören gibt werde ich wie stets hier berichten.

Und ich habe noch 4 Tagestickets für den freien Eintritt zu Kongress, Freiem Vortragsprogramm und Practical-Linux-Forum abzugeben. Bei Interesse einfach aufschreien!

Item Nº 2531

Heute schon Daten gesichert?

Auch der oder die Mac-UserIn als solche muss Daten sichern (und mir jetzt einen Extra-Preis für die Weisheit der Woche, bitte! ;-)). Letztens wanderte ein wunderbarer Problematisierartikel aus einem Blog namens »plasticsfuture« über Backup-Werkzeuge auf dem Mac durch die einschlägigen Blogs. Da ich aktuelle Erfahrung mit dem plötzlichen Festplattentod habe, möchte ich ein wenig Weisheit verbreiten.

Natürlich wäre es wünschenswert, Backup-Mechanismen zu haben, die auch das allerletzte obskure Attribut aus dem Wildwuchs der OSX-Attribute sichern. Und natürlich verschiedene Versionen der Datensicherungen, so dass man im Notfall auch die Version des furchtbar wichtigen Texts von vor drei Wochen rauskramen könnte. Also am besten eine spezielle Backup-Software mit allen Schikanen, eine externe Festplatte oder DVDs, auf denen man dann natürlich regelmäßig sichert.

Unfug. Viele spezielle GUI-Backup-Programme funktionieren lt. plasticsfuture nicht richtig. Und es gibt grundsätzlich nur eine gute Datensicherung: Jene, die regelmäßig gemacht wird. Und das passiert nur, wenn der Mechanismus dazu möglichst simpel und automatisch ist und ohne große Hardware-Stöpselei von statten geht.

Darum höret die Weisheit eines Mannes, der einen innerhalb weniger Stunden stattfindenden Festplattentod ohne den Verlust auch nur eines Bytes überstanden hat:

Dinge, die versioniert werden müssen, wie alles was man so entwickelt oder schreibt oder frickelt, werden auf einen Subversion-Server gesichert. Das sind die einzigen Dinge, wo ich evtl. das Bedürfnis habe, eine ältere Version heraus zu wühlen.

Alle Daten werden grundsätzlich nur in Strukturen im Home-Verzeichnis auf dem Mac abgelegt. In meinem Netz befindet sich ein Linux-PC mit einer geräumigen Festplatte. Auf diesen wird ein kompletter Spiegel des Home-Verzeichnis des Mac vorgehalten. Ein Spiegel. Keine Versionierung nach Tagen, Wochen, Monaten, Jahren. Und das unkomprimiert und offen im Dateisystem. Festplatten kosten nix.

Und auf dem Mac befindet sich ein Skript, in dem steht:

rsync -avz—delete . datensicheruser@datensicherrechner.local:/home/daten/Powerbook-Backup/

Was macht das? rsync synchronisiert Verzeichnisstrukturen auf eine andere Platte, auch über das Netz. Die Option a sichert alles im Archiv-Mode, v zeigt an was getan wird, z komprimiert während der Übertragung, delete löscht auf dem Sicherungsrechner alles, was auch auf dem Powerbook gelöscht wurde. Wird dieser Befehl im Home-Verzeichnis ausgeführt (daher . für alles im aktuellen Verzeichnis) so wird eine ssh-Verbindung zum Rechner datensicherrechner.local als User datensicheruser ergestellt und das Homeverzeichnis in das Verzeichnis /home/daten/Powerbook-Backup/ auf datensicherrechner.local gespiegelt.

Mehr brauche ich nicht. Ich habe immer genau eine aktuelle Kopie meines Homeverzeichnisses des Notebooks auf einem anderen Rechner. Die Sicherung liegt offen im Dateisystem des anderen Rechners, ich komme an die Daten auch heran, wenn das Notebook plötzlich explodieren würde. Keine Sicherungen in komprimierten proprietären Formaten machen, niemals!
Der Sicherungsmechanismus funktioniert mehr oder weniger allein, sobald der Zielrechner eingeschaltet ist, indem man einfach das Skript ausführt. Im Falle eines Verlust durch Hardwareaustausch kopiere ich alles per scp über das Netz zurück auf das Powerbook. Kleinere Verluste, wie das einige Dateien nur noch das Standardsymbol statt eines bunten benutzerdefinierten Symbols haben, weil auf einem Linux-Dateisystem eben die Zillionen Mechanismen der erweiterten Attribute nicht gesichert werden, kann man verschmerzen. Die Alternative wäre ein altes oder gar kein Backup, weil die Prozedur zu aufwändig ist und der menschliche Faktor ins Spiel kommt.

Man könnte das noch verfeinern. Wenn man auf einen anderen Mac sichert, rsync mit dem Parameter E zur Erhaltung einiger erweiterter Attribute aufrufen. Oder auf dem fremden Rechner wiederum auf andere Platten sichern. Aber zwei Exemplare der Daten reichen eigentlich.

Fazit: Vergesst die Featuritis von Backup-Programmen und -Prozeduren. Wir brauchen ein Backup, das aktuell ist und die Daten einfach erreichbar macht, wenn man sie plötzlich braucht. Dazu reichen die Bordsysteme. QED.