das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Item Nº 1369

Links am Morgen ...

... vertreiben Kummer und Sorgen!

  1. Ähm - also deinem Kommentar zu Zope muss ich aufs heftigste widersprechen. Wenn du Vergleiche ziehen willst, dann ist PHP der Haufen Sand in den der Hund gekackt hat, alle Förmchen (Libraries) sind kaputt oder passen nicht zueinander und irgendwie fehlen immer genau die Förmchen, die man braucht. Zope hingegen ist das unaufgeräumte Kinderzimmer eines reichen Görs. Alles an denkbaren Spielzeug ist da - auch Sand. Du musst dich halt nur entscheiden ob du Sand, Playmobil oder Lego brauchst :-) Plone ist ja nur ein Aufsatz auf Zope - die gesamte Mächtigkeit von Zope bleibt erhalten. Und Zope selber ist "nur" eine objektorientierte Datenbank, ein HTML Rendering System und die Script-Engine. Das ist auf dem Level _sehr_ flexibel. Am ehesten kann man es mit Smalltalk-Systemen vergleichen, nur das das Ergebnis im Web läuft statt als einzelne Applikation. Ich mach schon seit einigen Jahren Entwicklung von Portalsystemen und eCommerce Systemen mit Zope. Du musst einfach bei Zope zwischen den "Products" und dem Basissystem unterscheiden - das Basis-System ist sehr flexibel, relativ low level in der Abstraktion, aber recht high level von den Gesamtfeatures her (z.B. ist die integrierte Transaktionssicherung genial - eine Methode wirft eine Exception und automatisch werden die in diesem Request angestossenen SQL Befehle mittels Rollback zurückgedreht - und zwar auch für mehrere Datenbankverbindungen zu unterschiedlichen Datenbanken). Man entwickelt einfach seine eigenen Products, so wie man sich in PHP oder Perl eigene Module oder Libraries baut, und baut auf denen auf. Für Quick-and-Dirty kann man auch direkt mit Zope loslegen und einfach nur den dynamischen Teil davon benutzen und Products und ähnliche Mittel einfach ignorieren - für Hacks ganz sinnvoll. Natürlich gibt es dann noch die Products, die komplette Sites modellieren. Das ist zum Beispiel Plone oder zum Beispiel auch Squishdot (http://www.bse-info.de/ ist zum Beispiel eine von uns gebaute Squishdot-Site). Klar, die Sites haben dann einen typischen Aufbau - aber viele Portale haben auch von den Anforderungen des Kunden her einen ähnlichen Aufbau. Wenn man eine Site mit einem Plone-ähnlichen Aufbau will, nimmt man halt Plone.
    Georg Bauer    24.03.04    #
  2. Zope ist sehr leistungsfähig (ich habe ja auch ein Exemplar auf meinem Server laufen ;-)), aber eine andere Liga als PHP. Von daher ist die Aussage des Artikels, "ich benutze jetzt Zope statt PHP", daneben. Kleine Sachen, z.B. abhängig von dem durch den Benutzer gewählten Stylesheet ein entsprechendes Bild laden, sind in PHP in zwei Minuten gebaut und funktionieren. Mit Zope wäre das nicht so einfach. Und noch stets suche ich eine von Zope befeuerte Seite in validem XHTML, oder zumindest nicht im typischen "Portal-Kasten-Design", ich finde keine.
    Ralf    24.03.04    #
  3. Grossartig. :) Wenn man keine Ahnung von dem Thema hat (so wie ich), findet man Sätze wie " ...eine Methode wirft eine Exception und automatisch werden die in diesem Request angestossenen SQL Befehle mittels Rollback zurückgedreht ..." sexy. Förmchen- und Kinderzimmervergleich waren jedoch sehr erhellend. Zählt das jetzt als Kommentarspämm?
    — dee    24.03.04    #
  4. @ralle: naja, für mich sind einfache Sachen in Zope genauso einfach wie alles andere - vorausgesetzt natürlich die Seiten befinden sich schon im Zope. Da aber Zope auch einen FTP-Zugang bietet, kann man ohne weiteres ein Zope erstmal so ganz normal für statisches HTML benutzen und dann statt mit PHP einfach DTML verwenden. DTML hat zwar eine bescheuerte Syntax, aber die Leistungsklasse ist die gleiche wie bei PHP, nur durch die Sandbox deutlich stärker gesichert. Klar, wenn du Zope mit einem Verzeichnis von Files vergleichst und dann überlegst wie du in dem Verzeichnis von Files _eine_ Seite mit Zope machst, kriegst du ne Krise. Aber wenn alles im Zope liegt, ist das überhaupt kein Problem mehr. Das wir nicht generell Zope benutzen und trotzdem noch statische Server verwenden liegt dann eher daran, das Zope eben ein Resourcenschwein ist. Ein Bild abhängig vom gewählten Stylesheet zu setzen, ist in Zope auch nur ein dtml-if mit der Abfrage des Cookiewertes und abhängig davon dann das Image-Tag. Was natürlich beim Zope hinzukommt, ist die "Anschubfinanzierung" - erstmal die Kiste gross genug ausgebaut haben, das Zope installieren und den ganzen statischen Content in das Zope reinschaufeln (ok, das macht ein klassisches FTP Mirror Werkzeug). Danach ist zwischen PHP und Zope erst dann der Unterschied, wenn man die weiterführenden Features von Zope benutzt - da sieht PHP nämlich nur noch arm aus :-) Ok, wenn man den FTP-Zugang zu seinem Zope benutzt, landet man irgendwann in der bescheuerten SORBS Liste als angeblich gehackter Server, aber das ist ein anders Thema ... :-/
    Georg Bauer    24.03.04    #
  5. @dee: Als Übersetzung meines Techno-Kauderwelsch: wenn man seine Seite mit Programmcode mischt, um sie dynamisch zu machen, kann immer mal wieder ein Fehler im Programm auftreten. Diese Fehler werden bei Zope in Form von Ausnahmen behandelt - der Server bricht die Bearbeitung ab und üblicherweise taucht dann eine Standardfehlerseite auf, in der Steht welcher Fehler aufgetreten ist. Bei Zope werden dann automatisch auch gleich alle Datenbankänderungen zurückgenommen, die im Laufe dieser einen Seite gemacht wurden. Es kann also nicht so leicht passieren, das schon die hälfte der Datenbankänderungen durch ist, die andere aber fehlt, weil der Server mitten drin auf einen Fehler in der Seite selber gestossen ist.
    Georg Bauer    24.03.04    #
  6. @ralle: achso, und auch ich kann dir keine Seiten zeigen, die nicht im typischen Portal-Kasten-System designed sind. Das hat aber einen einfachen Grund: ich verdiene meine Brötchen unter anderem damit Seiten zu bauen, die im typischen Portal Kastensystem entworfen sind ;-) Leider wollen die Kunden grundsätzlich alle das gleiche mehr oder weniger. Wäre schön da mal was anders machen zu dürfen, auch mal eine hippe Website damit zu gestalten, nicht nur so langweiliges Portalgedöns. Aber andererseits, was mecker ich, die Weblogs sehen auch alle mehr oder weniger gleich aus ... Aber vielleicht wäre http://www.rcg.de/ ein ganz brauchbares Beispiel, weil es zwar vom Layout auch viele Kästen und so hat, aber trotzdem noch einigermassen normales Homepagedesign ist. Allerdings hat das der Kunde selber gebaut, wir hosten dabei nur.
    Georg Bauer    24.03.04    #
  7. Danke :) (aber irgendwie schade, dass ich jetzt ahne, was ein rollback sein kann...)
    dee    24.03.04    #

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