das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Item Nº 2111

Mania 1: GTD

Die Bloggerin und der Blogger als solche scheinen eine gewisse Tendenz zum Messie zu entwickeln. Muß ja auch so sein, wie soll man noch irgendetwas geregelt bekommen wenn man ständig bloggen muß? ;-)
Anders lässt sich die Popularität von David Allens »Getting Things Done« (GTD) in Bloggerkreisen nicht erklären. Nun habe ich eine gewisse Skepsis gegenüber Lebensratgebern und Motivatoren (vornehmlich amerikanischer Coleur) jeglicher Art entwickelt. Viele dieser Brüder (vornehmlich amerikanische Manager die hilfreiche Bücher schreiben (lassen)) sind nichts anderes als Apologeten der Ideologie des Marktradikalismus, deren Mission es ist, die Leserschaft zur bedingungslosen Anpassung an eben jenen zu konditionieren. Und ich habe natürlich Tschakka Tschakka-Motivatoren nach dem Ende des Dot-Com-Wahns in den Knast wandern sehen und war Augenzeuge hochgradig ridiküler Veranstaltungen in jener Zeit, weiland, rund um die Jahrtausendwende. Der Beste war der, der die Vertriebler aufforderte, sich vorne vor die versammelte Kollegenschaft hin zu stellen und aus Leibeskräften »Hier stehe ich, fest wie ein Baum« zu brüllen. Das war ausgesprochen amüsant. Und teuer. ;-)

Objektiv betrachtet, kann ich mich von dieser bloggereigenen Messie-Tendenz nicht so ganz freisprechen, schon der Posteingang von gerade 228 Mails spricht da Bände. Ganz zu schweigen von meiner sogenannten Ablage von Dokumenten aus toten Bäumen. Grund genug also, sich mit GTD einmal vorurteilsfrei zu befassen.

Immerhin hat das Werk Nico animiert, seine Inbox zu leeren! ;-)
Im MineZone-Wiki findet man eine prägnante Zusammenfassung der Methodik. Bei 43 Folders ist GTD eines der Hauptthemen, ebendort findet man auch eine Einführung. Bloggerin but she’s a girl hat eine spezielle GTD-Software in Ruby On Rails entwickelt. Das ist der wahre Geek-Ansatz, erst einmal eine Software entwickeln, bevor man sich um die Dinge selbst kümmert. ;-)

Software spielt auch eine Rolle bei Dave Pollards »STATUS REPORT ON IMPLEMENTING THE ‘GETTING THINGS DONE’ PROCESS«, inklusive eines hübschen Workflow-Diagramms (via Martin).

Was steht nun an? Erst einmal die Links oben und zahlreiche weitere darin verlinkte wirken lassen. Und dann drei Fragen:

Wohlan, get things done! ;-)

  1. ja
    ja
    ja
    Nico    16.12.04    #
  2. Sowas gibt es auch schon länger aus der christlichen Fraktion vom Pastor Küstenmacher: Simplify your Life Davon hatten wir mal ein paar Hefte herumfliegen. Irgendwie sind es ja immer dieselben Tipps, die ich zwar kenne, aber trotzdem nicht anwende. Ich würde mich zwar noch nicht als Messie bezeichnen, ich neige aber durchaus zur Schlampigkeit und zu einem gewissen Chaos. Und das gefällt mir auch ganz gut so! Mittlerweile habe ich einen Uralt-Palm, der wenigstens meine Termine im Zaum hält und damit soll es auch gut sein. Wie soll ich denn vernünftig arbeiten, wenn nicht ein heilloses Chaos auf meinem Schreibtisch herrscht?
    frank    17.12.04    #
  3. Das Buch möchte ich auch erwähnen, weil ich mich durch den Eintrag daran erinnert habe. Ob’s nun an dem Buch oder an meiner dauernden Umzieherei liegt, dass ich viel weniger Plünn habe, kann ich nicht wirklich sagen. Meine schlimme Fotokiste ist seitdem sauber zu Alben verklebt.

    Die GTD-Methode ist mir persönlich zu nerdig obwohl ich sie interessant finde. Ich hoffe nur, die Beschäftigung mit dem Thema führt auch zu Taten (und lenkt nicht davon ab, dass in der Küche noch jede Menge Spül steht).
    dee    17.12.04    #
  4. Buch lesen. Die meisten Sachen, die in Weblogs darüber geschrieben sind, sind viel technikfixierter als Allen selbst. GTD funktioniert auch, wenn man nicht an seinem Rechner sitzt; und meiner Ansicht nach ist das entscheidend, damit es gut funktionert.

    Einer der Kernpunkte ist, dass man Sachen aufschreibt, damit sie einem nicht im Kopf rumspuken – und wenn das aufschreiben zu umständlich ist, weil man sich etwa abends erst aus dem Bett zum Laptop bemühen muss, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man es gar nicht aufschreibt.

    Simplify Your Life ist meiner Ansicht nach eine ziemlich nichtssagende Ansammlung von Alltagsweisheiten, GTD dagegen eine ziemlich gute und flexible Methode.

    Just my 2 cents.
    xyll    18.12.04    #
  5. Habe ich also bestellt.
    dee    19.12.04    #
  6. frank, gewisses Chaos ist schön und gut, aber ein gewisses Maß sollte es nicht überschreiten.

    xyll, danke, werde mir das Buch also eben so wie dee mal zulegen. Und lesen. ;-)

    Meinen Posteingang habe ich übrigens nun im Griff, da hilft Technik, neue .procmail-Regeln zügeln die Flut. Habe dabei Sachen entdeckt, die ich völlig vergessen habe. Ich Schlamper!

    Nun brauche ich noch procmail für die Mails aus Papier im Briefkasten. ;-)
    Ralf    20.12.04    #
  7. Also meinen Posteingang habe ich schon vor Wochen mal aufgeräumt. Dazu braucht es nur ein bisschen Zeit und Nerven, einen großen Papierkorb und eine Kanne Tee. Keine Selbstmanagement-Bücher. Soviel kann ich garantieren. Alles andere wird mir meine amazon-Sendung morgen /hoffentlich! beantworten :)
    dee    20.12.04    #
  8. Naja, der papierene Posteingang ist ein solcher Berg, dass man gar nicht weiß wo man anfangen soll. Ich musste schon wg. Steuerunterlagen ordentlich drin wühlen, aber irgendwie war das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber im nächsten Jahr wird damit alles besser, Hardware liegt schon bereit.

    Und auf das Buch warte ich auch! ;-)
    Ralf    20.12.04    #

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