das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.
E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.
Last.fm, der in einem früheren Beitrag einmal von mir empfohlene Social-Software-Internet-Radio-Anbieter, hat nun eine sehr hübsch anzuschauende neue Website.
Das ist leider das einzig positive, was von last.fm zu berichten ist. Nachdem der Dienst ohne jede Ankündigung tagelang nicht zu erreichen war, gingen last.fm vorgestern mit der neuen Website online und änderten ihren Dienst radikal. Was vorher ein »normaler« Internet-Stream war, ist nun ein proprietäres Zeug, dass nur noch mit ihrem eigenen Player, den man sich downloaden soll, anzuhören ist. Was das für den Mac-Hörer bedeutet, ist klar: Nix mehr mit Stream per Airport Express drahtlos an die Stereo-Anlage senden.
Aber das Allerbeste: Sie gingen online, ohne Player für Linux und Mac OS X verfügbar zu haben. Ich habe nun, um mal testen zu können, extra die Playstation, äh, ich meine, mein Windows XP hochgefahren, auch der Windows-Player funktioniert nicht, sondern begeistert nur durch eine nie enden wollende Kette von Fehlermeldungen. Update: Gerade habe ich den Player unter WinXP das erste Mal zum Laufen gebracht. Der Player bietet nichts anderes als das Browser-Fenster der alten Site. Sogar weniger, weil man nicht mehr sieht, wessen Stream man gerade lauscht, wenn man im Nachbarschaftsradio lauscht.
Und in den Foren, wo sich harsche Kritik ansammelt (auch von mir, btw.), gefallen sich die Entwickler darin, ihre potenziellen und tatsächlichen zahlenden Kunden anzupflaumen.
Last.fm ist ein Lehrbeispiel eines kleinen erfolgreichen Social-Software-Dienstes, der wachsen wollte und dem weder technisch, noch administrativ, noch intellektuell gewachsen ist. Wir müssen im Auge behalten, dass es sich bei last.fm um eine »richtige« Firma handelt, nicht um ein loses ehrenamtliches Open-Source-Projekt. Man kann nicht sein System umstellen und dabei wissen, dass es nicht funktionieren wird. Man kann nicht »twenty something«-Entwickler als Foren-Support auf die Menschheit loslassen. Und man kann nicht, wenn man von seinen Benutzern auf die Erfolgspur getragen wurde, mit einer »Wir ziehen nun unser Ding durch und Ihr, wenn es Euch nicht gefällt, seid uns sch**ßegal«-Attitüde hausieren gehen.
Schade, last.fm war wirklich eine tolle Sache, aber meine hier ausgesprochene Empfehlung für last.fm muß ich leider zurück ziehen. Last.fm hat sich erledigt. Selbst erledigt. Und ich bin froh, dass ich nur bis September »donated« habe.
# | 11.08.05 | | Abgelegt unter Internet | Tags: socialsoftware last.fm lastfm
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Mehr: Im Kategorienarchiv oder im Monatsarchiv.
— Michelle 11.08.05 #
...oder die Profile der Teammitglieder.
Da ich die Radiofunktion sowieso nie wirklich genutzt habe, macht mir der Relaunch nicht sooo viel aus, aber die Art und Weise war wirklich mehr als unglücklich. Für statistische Zwecke, Empfehlungen usw. ist der Service ja immer noch zu gebrauchen; nur schneller ist die Site leider nicht geworden.
— Andrea 11.08.05 #
last.fm: das war es dann wohl
— Lummaland - das Weblog 12.08.05 #
— Moe 12.08.05 #
Was macht Last.fm da?
Wie bei Ralle schon zu lesen war, hat Last.fm einen fetten Relaunch hingelegt. Optisch hat sich einiges getan, alles sieht jetzt etwas stimmiger aus und mein subjektiver Eindruck ist, dass die Seite...
— ameisendorf.de 12.08.05 #
— Bernd 12.08.05 #
— felix 13.08.05 #
Die Musik ist auch irgendwie treffender ausgewählt, evtl. haben sie da was geändert.
Ich bin jedenfalls begeistert von den Verbesserungen.
— Thomas 13.08.05 #
— Thomas 14.08.05 #
Thomas, viel zu viel Act, warum so einen Aufstand um Musik zu hören?
Felix, das liegt wohl an der allgemeinen Berichterstattung allenthalben über den last-fm-Relaunch. Fakt ist, dass der proprietäre Player erheblich weniger Komfort und Funktionalität als ein richtiger Player bietet. Was ja auch die Reaktionen in der deutschen Blogosphäre zeigen. Dass es da draußen sehr viele (vornehmlich Windows-)User gibt, die mit der “Komm, ist doch egal, ein Programm mehr oder weniger installieren macht doch nix”-Devise durch’s Leben gehen (ich darf die Folgen im Bekanntenkreis mitunter richten, he he), ist klar, und wenn das Eure Zielgruppe ist, dann viel Erfolg!
— Ralf 15.08.05 #
die Lizenz ist – glaub ich – BSD-artig. Nun ja, Du musst nicht selber was basteln, ich könnte mir vorstellen, dass es ein paar Leute gibt, die aus dem Code ein Browser- oder xmms-/winamp-/was-auch-immer-Plugin basteln. Der Gag ist doch gerade die Interaktion zwischen dem Anbieter (last.fm/Audioscrobbler) und dem User, das bieten nach meinem aktuellen Wissensstand die wenigsten Dienste (kenne itunes nicht gut genug, wie ist es eigentlich da?).
Zudem ist es die erste Version des Players, das ganze scheint doch ausbaufähig zu sein. Die Arroganz-Attitüde der Entwickler ist nicht ganz nachvollziehbar, aber ich kann mir vorstellen, dass die bei allzu harscher Kritik auch selber scharf zurückschiessen (und wir alle kennen den rauhen Umgangston in diversen Foren). Schließlich steckt hinter dem ganzen Projekt eine Menge Arbeit, wobei die Programmierung des Players bestimmt noch am einfachsten war!
— Bernd 15.08.05 #