das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.
E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.
Die nicht jeder beherrscht. Die Theorie ist einfach: Man vergibt für einen Link, ein Bild, einen Blogeintrag ein Schlüsselwort, auf Web-2.0-Neusprech »Tag« genannt. Und die Gesamtheit aller Tags zu einem Thema bündelt in der Wüste Internet die Information in relevante Kanäle, gesteuert aus der kollektiven Intelligenz des taggenden Personals vor dem Rechner.
Das ist aber nicht so einfach wie es scheint. Werfen wir zum Beispiel einen Blick auf die delicious-Links zum Tag Wiki. Diese Seite wäre eine logische Anlaufstelle, wenn sich jemand über welche Aspekte auch immer von Wikis informieren möchte. Darin befinden sich aber auch zahllose Seiten, die zwar in einem Wiki gefunden wurden, aber mit dem Thema Wiki nichts zu tun haben. Trotzdem wurden sie mit Wiki getaggt. Das ist meines Erachtens falsch. Wenn ich diese Wikipedia-Seite taggen würde, so würde ich die Tags Titmouse, Vögel usw. verwenden. Aber nicht Wiki. Machen die Leute aber trotzdem. Die Lehre daraus: Traue nicht der scheinbaren kollektiven Intelligenz der taggenden Massen. Und: Tags sind nicht der Königsweg zur Strukturierung der Informationsflut.
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Mehr: Im Kategorienarchiv oder im Monatsarchiv.
sorry, aber ich bin der Meinung, dass es echte kollektive Intelligenz nicht gibt.
-neri
— neri 5.10.05 #
Naja. Del.icio.us ist ja nicht nur “social”, sondern dient zunächst mal dazu, Links für den eigenen Gebrauch und nach eigenen Kriterien abzulegen, um sie dann einfach wiederfinden zu können.
Da das aber öffentlich und mit vielen anderen zusammen geschieht, ergeben sich auch (und automatisch) Möglichkeiten, der Informationsbündelung und -aufbereitung. Aber als User mache ich mir nicht darüber Gedanken, ob meine Tags für andere Sinn machen; für mich ist nur wichtig, ob sie mir dabei helfen, Websites wiederzufinden.
Ich persönlich mache zum Beispiel die “Art” eines Links durch ein Sternchen im Tag kenntlich (*Image, *Blog, *Howto, *Audio etc.), aber für viele andere macht es ebensoviel Sinn, einen Wiki-Eintrag einfach mit ‘Wiki’ zu taggen. Wo ist denn da das Problem?
(PS: Um dein Beispiel aufzugreifen: ein bißchen Rumspielen mit tag intersections hilft manchmal für spezifische Suchen.)
— Andrea 5.10.05 #
Wenn ich bei Google (oder einer anderen Suchmaschine) nach “Wiki” suche, kann Google ja auch nicht “wissen”, ob ich nach einer Abhandlung zu Wikis, Wiki-Software, Meinungen zu Wikis, oder Wikis selbst suche.
Genauso ist das bei Tags: Für Dich macht das taggen mit “wiki” keinen Sinn, wenn es nur ein Beitrag aus einem Wiki geht. Für jemanden, der eine Sammlung von Wikis aufbauen möchte, ist das aber total hilfreich, da er so verschiedene Wikis finden wird.
Tags sind halt nur eine abgespeckte Form der Indizes von Suchmaschinen.
— Dirk Olbertz 6.10.05 #
@Andrea
Die Mühe mit den *Tags kannst du dir sparen, wenn du die Files direkt verlinkst, bzw. die System: Tags verwendest.
— Wolfgang 6.10.05 #
Taggen ist gar nicht so einfach
"Taggen ist eine Kunst. Die nicht jeder beherrscht.", sagt das Netzbuch und resümiert : "Die Lehre daraus: Traue nicht der scheinbaren kollektiven Intelligenz der taggenden Massen. Und: Tags sind nicht der Königsweg zur Strukturierung der Informationsf...
— Blauer Blog 6.10.05 #
User in Folksonomien neigen dazu, neben den eigentlich offensichtlichen Tags (in Deinem Beispiel Vögel oder Titmouse) auch individuelle Schlagwörter zu vergeben, die ganz eng mit den eigenen Lesegwohnheiten verknüpft sind (zum Beispiel eben Wiki, vielleicht aber auch “to read” oder ähnliches.
Bei einer größeren Menge von Usern bildet sich so zusehends ein klassischer Longtail.
— Oliver Wagner 6.10.05 #
Ist taggen eine Kunst
Im Netzbuch von Ralle, finden sich ein paar Anmerkungen zum Thema Tagging, wie es geht und wie es nicht geht. Eine Unterscheidung zwischen falsch und richtig ist meines Erachtens aber schwierig. Warum sollte man, um bei Ralles Beispiel zu bleiben, unt...
— Textnotes 6.10.05 #
:-)))
— andI 6.10.05 #
Die Tags erfüllen bei mir einen bestimmten Zweck, und die Zuordnung kann und möchte ich nicht automatisieren (lassen).
Die system-Funktion erkennt zwar mp3-Dateien und verschiedene Dokumentarten; die Unterscheidung zwischen einem Blogeintrag, einer Anleitung und einem Essay kann aber nur ich vornehmen.
Da ich im Moment bei 2643 Links “nur” +/-110 Tags zu verwalten habe und die neue GUI das Taggen durch einfaches Anklicken erlaubt, ist das auch keine Mühe. :-) Die ‘recommended tags’-Funktion ist übrigens pures Gold.
— Andrea 6.10.05 #
1. Einführung – was sind eigentlich Tags
2. Aktuelle Trends, Probleme und offene Fragen
Im übernächsten Abschnitt gehe ich dann auf Tagging System ein, also Ideen, wie man für sich das richtige Set an Tags findet.
— Oliver Wagner 6.10.05 #
Oder hab ich da jetzt was falsch verstanden mit Folksonomy und dem Gesetz der grossen Masse ?
Das ist doch Tagging mit Ranking und schon sieht das Ergebnis doch deutlich anders aus.
— Siegfried 7.10.05 #
Tagging ist einfach
Ralf schreibt über "Tagging ist eine Kunst" und ärgert sich wohl ein wenig über die ganzen Tagger, die alle ihre eigenen Begriffe nutzen und dann auch noch die falschen. Sein Beispiel zum Tagging bei del.icio.us und dem Begriff "wiki" schreibt er: D...
— RSS BLOGGER 7.10.05 #
— Jan 7.10.05 #
— Jan (korrekte Url) 7.10.05 #
Tagging
Drei Links zum Thema Tagging, vom Schockwellenreiter gestohlen: A cognitive analysis of tagging, Tips From Top Taggers und Taggen ist eine Kunst. Tagging ist eines der interessantesten Themen für Ethnomethodologie und Konversationsanalyse im Netz. Vielleicht lassen sich hier die Ansätze
— Lost and Found 7.10.05 #
Aber wie oben schon erwähnt, sind die taggenden Massen egoistisch: Sie sortieren Wiki-Einträge unter dem ein, was sie sich beim Stichwort Wiki vorstellen.
Mit anderen Worten ist die Bedeutung von Tags abhängig von Betrachter. Der Schreiber hat einen anderen Horizont als der Leser und eine andere Absicht, wenn er taggt.
— Fred 8.10.05 #
Das Rauschen im Tag wiki stört mich zwar auch, aber man kann sich ja in diesem Fall die URL anschauen, bevor man darauf klickt.
— Gell 8.10.05 #
Hintergrund: Sinnvolles Tagging
Ok, seit es Sammlungen wie "del.icio.us" und "flickr" gibt, hat Tagging Hochkonjunktur. Auch ich liebe Tag-Wolken. Doch die können schnell unüberischtlich werden. auch Sieben grundsätzliche Anmerkungen zum Thema.
— Blog Age 13.10.05 #